Bernd Brunner

Abtauchen und Treibenlassen

Die Geschichte des Badens und Schwimmens
Cover: Abtauchen und Treibenlassen
Harper Collins, Hamburg 2026
ISBN 9783365009567
Gebunden, 192 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Mit zahlreichen Abbildungen. Wir sind nicht geboren, um zu schwimmen - und trotzdem lieben wir es. Bernd Brunner beleuchtet die Entwicklung unserer Beziehung zum Wasser - vom rituellen und medizinischen Bad der Antike über die moralischen Debatten des 18. und 19. Jahrhunderts bis hin zum öffentlichen Schwimmbad als demokratischem Freizeitort. Dabei verknüpft er historische Fakten mit kulturwissenschaftlichen Einsichten, beobachtet Körperbilder, Hygienevorstellungen und sich wandelnde Bademoden. Und macht uns mit den ersten Seebädern und dem Phänomen robuster Badewärterinnen bekannt. 

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.06.2026

Rezensent Werner Bartens trifft sich mit Bernd Brunner, klar, im Freibad, denn dessen neues Buch erzählt von der Geschichte des Schwimmens, Planschens und des Abtauchens. "Ebenso heiter wie lehrreich" erzählt Brunner darin von Kuriositäten und Meilensteinen, wie der 1793 erfundenen "Badeschaluppe", eine Art in ein Boot eingelassener Unterwasserkäfig, der gut betuchten Herrschaften privates Baden im Meer ermöglichte, erzählt uns der Rezensent. Auch im Alten Ägypten mussten die Königskinder schon schwimmen lernen, lesen wir, die Assyrer haben "aufgeblasene Ziegenhäute" zu Schwimmhilfen bestimmt. Was schwimmen aber überhaupt genau ist, darüber gab es viele (wissenschaftliche) Diskussionen, Nikolaus Wynmanns "Über die Schwimmkunst" von 1538 wurde von der katholischen Kirche gar auf den Index gesetzt, weil der Bewegungsablauf des Frosches darin Vorbildcharakter einnimmt, staunt Bartens. Auch, dass Unglücke durch Ertrinken die Dringlichkeit, Schwimmen zu können, verstärkt ins Bewusstsein hoben, ist eine Erkenntnis, die der Kritiker aus der spannenden und aufschlussreichen Lektüre mitnimmt.