Aus dem Englischen von Tanja Handels. Doris, ein weißes Mädchen aus England, wird nach Aphrika verschleppt und dort als Sklavin verkauft. Doch sie verliert nicht ihren Mut. Sie muss alles riskieren, um die Fesseln ihrer Gefangenschaft abzulegen und ein freies Leben zu führen. Eben noch spielt Doris mit ihren Schwestern Verstecken auf den Feldern hinter ihrem Cottage. Im nächsten Moment wird ihr ein Sack über den Kopf gezogen und sie findet sich im Laderaum eines Sklavenschiffs wieder, das in die Neue Welt segelt. Dort muss sie einem ambossanischen Feudalherrn dienen, der von ihrer Minderwertigkeit überzeugt ist. Doch Doris kann nicht aufhören, von ihrer Flucht zu träumen. In den folgenden Jahren setzt sie alles daran, ein freier Mensch zu werden. Als ihre Fluchtversuche scheitern, wird sie zur Strafe auf die Zuckerrohrfelder geschickt. In den Plantagen, an der Seite der starken Wikingerin Ye Mémé, entdeckt Doris jedoch eine ungekannte Stärke in sich. Unerwartet findet sie zurück zu ihrem blonden Herz. Und am Ende sogar zu ihrem ungebrochenen Freiheitswillen.
Das war wohl nix! Für Rezensentin Meike Feßmann ist dieses Projekt nicht ganz zu Ende gedacht. Dazu sei es "mäßig einfallsreich" und "erschütternd bieder": Der Roman kehrt die koloniale Geschichte einfach um: Die weiße Engländerin Doris wird aus dem rückständigen Europa als Sklavin ins industrialisierte "Aphrika" gebracht. Mit verfremdeten Namen und vertrauter Geografie zeigt Evaristo die Grausamkeit von Versklavung aus neuer Perspektive. Die britische Autorin habe wohl Satire und Tragödie kombinieren wollen, verliere dabei aber oft die Plausibilität aus den Augen. Die Protagonistin Doris stammt aus mittelalterlichen Verhältnissen, denkt jedoch auf einem reflektierten postkolonialen Niveau über Versklavung nach. Die Umkehrung der kolonialen Geschichte zwingt dazu, Gewohntes neu zu sehen, etwa den grausamen Transport von Sklaven, der hier weißen Körpern widerfährt - das ist passagenweise durchaus "erhellend", findet die Kritikerin, aber dass die "schwaarzen" Kolonialherren typische Merkmale weißer Arroganz und Despotie"; tragen, Evaristo also einfach eine Umkehrung rassistischer Herrschaftsideologien betreibt, findet die Kritikerin dann doch ein wenig zu kurz gedacht. Sie liest lieber Evaristos andere Bücher.
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