Herausgegeben von Walter Fähnders, Nils Plath, Hendrik Weber und Inka Zahn. Mit Beiträgen von Asholt, Wolfgang / Heecke, Matthias / Herlinghaus, Hermann / Heymel, Charlotte / Kaiser, Gerhard R / Kissel, Wolfgang S / Ponomarev, Evgenij R / Ryklin, Mikhail / Streim, Gregor / Time, Galina A. Die Metropole ist im 20. Jahrhundert zentraler Ort für Fremdwahrnehmungen und Selbstreflexion. Die vierzehn Beiträge suchen nach Perspektiven auf das "Andere" und "Fremde" in der Reiseliteratur. Dabei fragen sie nach den Bedingungen für das Entstehen und die Verwendung jener Stereotypen und Sichtweisen, die das Bild der drei Metropolen bestimmt haben und womöglich noch heute mitbestimmen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.06.2005
Ein "Panorama kritisch betrachteter Reiseberichte aus dem Städtedreieck Berlin-Paris-Moskau in der Zwischenkriegszeit" findet Rezensent Frank-Rutger Hausmann in vorliegendem Sammelband vor, der Beiträge von bekannten und weniger bekannten Autoren aus Deutschland, Frankreich, der Schweiz, Russland und Japan versammelt. Zur Gruppe der prominenten Reisenden zählt Hausmann etwa Joseph Roth, Michel Butor und Andrej Belyj. Annemarie Schwarzenbach, Lothar-Günther Buchheim und Fedor Stepun würden als Reiseschriftsteller dagegen gerade erst entdeckt. Wie Hausmann berichtet, erhält der Band durch die Konzentration auf die Berlin, Paris und Moskau thematische Geschlossenheit. Jede der drei Metropolen habe ihre ganz spezifische Semiotik entwickelt, erklärt Hausmann, die von den Reisenden, je nach schriftstellerischem Temperament und politischer Position, ensprechend entschlüsselt werde.
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