Lili Grün

Mädchenhimmel!

Gedichte und Geschichten
Cover: Mädchenhimmel!
Aviva Verlag, Berlin 2014
ISBN 9783932338588
Gebunden, 192 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

"Mädchenhimmel!" betitelte Lili Grün 1930 einen ihrer lyrischen Songs, der für die Themenpalette ihrer Gedichte und kleinen Geschichten steht: junge, moderne, selbstbewusste Frauen, hin- und hergerissen zwischen Autonomie, Selbstbehauptung und dem "Mann mit starken Armen". Witzig und frech beschreibt Lili Grün Verliebtheit und Ernüchterung, schier endlose Großstadttage und rasch zu verdrängende Nächte, verrät "Rezepte fürs Herz" und träumt vom "Paradies für die Frau".

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 03.01.2015

Deniz Yücel dankt dem Berliner Aviva Verlag dafür, dass er das Werk der österreichischen Autorin, die 1942 im Vernichtungslager Maly Trostinez ermordet wurde, vor dem Vergessen bewahrt. Nach ihren zwei Romanen sind jetzt Gedichte und Feuilletons erschienen, berichtet der Rezensent, der sich die Autorin auch sehr gut als Zeitgenossin vorstellen könnte, denn mittlerweile ist der selbstironische Ton der Neuen Sachlichkeit wieder hinlänglich modern geworden, weiß Yücel. So fordert Grün in einem ihrer Gedichte, Männer müssten doch "nebst Verstand und anderen Gaben, / So etwas wie eine Seele haben. / Und ich bin so scharf auf Seele!", zitiert der Rezensent, und auch andernorts ist ihre Auseinandersetzung mit Liebesdingen wunderbar treffend und bisweilen gerade richtig melancholisch, freut sich Yücel.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.10.2014

Als Gelegenheit die von den Nazis ermordete und fast vergessene Autorin (wieder-) zu entdecken empfindet Georg Renöckl die Veröffentlichung der Kurzgeschichten und Gedichte der Wiener Kabarettistin und Schriftstellerin Lili Grün. Renöckl lässt sich vom leichten Titel nicht irreführen und verweist auf die Schwere der Themen in den Texten, vom Liebesleid über die Wohnungsnot bis zur Arbeitslosigkeit der späten 20er Jahre in Berlin. Renöckl kann sich die Texte mit ihrem trockenen bis ironischen Ton gut als Chansons vorstellen. Das hier sprechende Ich scheint ihm das einer modernen Frau zu sein, die sich trotz aller Unbill Sensibilität, Beobachtungs- und Urteilsschärfe und Witz erhalten hat.