Beate Lakotta, Walter Schels

Noch mal leben vor dem Tod

Wenn Menschen sterben
Cover: Noch mal leben vor dem Tod
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), München 2004
ISBN 9783421058379
Gebunden, 224 Seiten, 39,90 EUR

Klappentext

Mit zahlreichen scharz-weiß Fotografien. Fünfundzwanzig Geschichten von Menschen, die unheilbar krank sind, die davon erzählen, wie es ist, dem Tod sehr nahe zu sein und Abschied vom Leben nehmen zu müssen. Eindrucksvolle Porträts, aufgenommen kurze Zeit vor und unmittelbar nach dem Tod, begleiten sie. Kaum etwas bewegt uns so sehr wie die Begegnung mit dem Tod. Kaum etwas geschieht heute so verborgen wie das Sterben. Die Journalistin Beate Lakotta und der Fotograf Walter Schels baten Schwerkranke, sie in den letzten Tagen und Wochen begleiten zu dürfen. Aus diesen Begegnungen entstanden einfühlsame Schilderungen und Fotos von Menschen am Ende ihres Lebens. Die meisten verbrachten ihre letzte Zeit im Hospiz, einem Lebensort für Sterbende, an dem Hoffnungen und Ängste gleichwiegen: Wer hier einzieht, wird die Zeit bis zum Tod so bewusst und schmerzfrei wie möglich erleben können. Doch es bleibt ihm nur eine kurze Spanne, um Bilanz zu ziehen, Frieden mit sich und anderen zu machen, sich mit dem Tod zu befassen und mit der Frage nach dem Danach.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 01.11.2004

Thomas Macho geht bei der Besprechung des Fotobandes mit Totenbildern von Walter Schels und Texten von Beate Lakotta die Geschichte der Totenfotografie durch und betont, dass schon immer eine "elementare Verknüpfung zwischen Photographie und Tod" gesehen wurde. An dem vorliegenden Band bemerkt er angetan, dass die Doppelporträts, die die Menschen vor und nach ihrem Tod zeigen, diese nicht zu "Objekten ästhetischer Inszenierung" missbrauchen, sondern sich ihnen mit Respekt und Gefühl nähern. Auch die Texte von Beate Lakotta halten "einfühlsam" die "Geschichte ihrer letzten Tage" fest, lobt der Rezensent. Er sieht die Fotos in der Tradition der "Still alive, yet dead"-Erinnerungs-Photographie des 19. Jahrhunderts und findet, dass Walter Schels diese Tradition mit seinen Aufnahmen "überzeugend" aufgreift. Zudem stellt der Band auch eine "eindringliche" Würdigung der Hospize dar, denn die Verstorbenen sind allesamt in dieser Umgebung abgelichtet, stellt der Rezensent angetan fest.

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