Beat Näf

Traum und Traumdeutung im Altertum

Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2004
ISBN 9783534179985
Gebunden, 244 Seiten, 34,90 EUR

Klappentext

Träume sind eine wunderbare Fähigkeit des Menschen, für deren Erklärung, Deutung, und Interpretation bereits im Altertum klassische Modelle entwickelt wurden. Uralte kulturelle Regeln, Techniken und Verfahren bestimmen den Umgang mit Träumen. Meisterschaft im Erklären und Auslegen der faszinierenden Erlebnisse im Schlaf hat seit jeher die Autorität von Traumdeutern begründet, aber schon in der Antike gab es auch kritische Fragen und die Ablehnung naiver Traumgläubigkeit. Beat Näf beschreibt die facettenreiche Geschichte der Traumdeutung vom Alten Orient und Ägypten bis zur neuzeitlichen Rezeption. Obwohl unsere Vorstellungen vom Traumerleben heute weitgehend von Schlaf- und Hirnforschung bestimmt werden, besitzen die altvertrauten Überlieferungen noch immer ihre Wirkung in der modernen Zivilisation.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.01.2005

Insgesamt zufrieden zeigt sich Rezensent Mischa Meier mit Beat Näfs "kleiner Geschichte der Antike, geschrieben aus der Perspektive der Traumdeutung". Im Zentrum sieht sie Frage, wie man in der Antike mit Träumen umging, wer sie deuten konnte (und durfte), welche Konsequenzen aus den Deutungen gezogen werden konnten und welchen Status die Experten auf diesem Gebiet, die Traumdeuter, hatten. Mischa folgt dem Streifzug des Züricher Althistoriker durch die Welt des Traumes von den altorientalischen Monarchien über die griechischen Polis-Welt und das antike Rom zum Christentum der späteren Antike, und geht auch auf den Umgang der großen Denker des Altertums wie Platon und Aristoteles mit den Träumen ein. Die Ergebnisse, die Näf vorlegt, scheinen Meier kaum überrascht zu haben. Er wirft die Frage auf, "ob den Autor wirklich erst die Analyse antiker Traumdeutungstheorien und -methoden zu diesem letztlich doch recht konventionellen Bild eines chronologischen Ablaufs geführt hat, in dem jede Epoche und Kultur den zu ihr passenden Umgang mit Träumen aufweist - oder ob möglicherweise doch eher dieses konventionelle Bild vom Verlauf der antiken Geschichte die Interpretation des einschlägigen Quellenmaterials determiniert hat." Aus Näfs Darstellung werde das nicht deutlich. Stattdessen debattierte der Autor immer wieder die Frage, wie man wichtige Träume von den unwichtigen trennen könne. Dabei durchwandere er "in gefälligem Stil" und "mitunter allzu sehr auflistend" die wichtigsten Exponenten antiker Theorien und Diskussionen, um mit einem "instruktivem Kapitel" zur späteren Rezeption der antiken Traumdeutung zu schließen.
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