Afrika hat lange auf die Fußballweltmeisterschaft gewartet, 2010 findet sie nun auf diesem fußballbegeisterten Kontinent statt: in Südafrika, dem Land, das den Rassenwahn der Apartheid mit friedlichen Mitteln überwunden hat und als Leitmodell der Versöhnung gilt. Bartholomäus Grill beschreibt, welche Bedeutung die WM für das Selbstbewusstsein der Afrikaner hat, und führt durch die Geschichte und Gegenwart des afrikanischen Fußballsports. Anschaulich berichtet er über die Probleme, Hoffnungen und Träume eines Erdteils. All die Geschichten und Schicksale, die dem Autor im Laufe der Jahre zwischen Kairo und Kapstadt begegnet sind, haben einen gemeinsamen Nenner: Sie erzählen davon, wie der Fußball Afrika verzaubert.
Nicht immer glücklich ist Thomas Winkler mit diesem Versuch geworden, anhand des Fußballs den schwarzen Kontinent zu erklären, Klischees zu beleuchten, oder anhand der Geschichte des Fußballs die Apartheid zu erklären. Denn entweder kommt der Fußball seiner Ansicht nach dabei zu kurz, oder er illustriert Winklers Eindruck zufolge eben die Klischees, gegen die der Autor anschreiben wolle. Bartholomäus Grill steckt nach Meinung des Kritikers in dem Dilemma, dass er das Land, in dem er sein 15 Jahren lebt, liebgewonnen habe und dennoch nicht schönschreiben wolle. Doch letztlich tue auch Grill nichts anderes, als die "gewohnten Figuren" vorbeiziehen zu lassen: die korrupten Politiker, Fußballentwicklungshelfer aus Europa oder afrikanische Fußballmedizinmänner.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.12.2009
Rezensent Jochen Hieber mochte Bartholomäus Grills Reportagen aus dem Afrika des Fußballs ausgesprochen gern. Kleinere "Kümmernisse", Wiederholungen und Zeitsprünge etwa, die sich aus der Tatsache ergeben, dass Grill hier Artikel recycelt, die er über Jahre hinweg für die Zeit geschrieben hat, bemängelt der Rezensent zwar, seinen positiven Gesamteindruck schmälern sie aber nicht. Den Reportagen spricht Hieber dafür "szenischen Reichtum" ebenso zu wie fußballerischen Sachverstand, und er hat höchst interessante Dinge gelernt: über die Lebenswege der Fußballer Anthony Yeboah und Didier Drogba, über die Karriere des Trainers Burkhard Pape unter Idi Amin oder die magische Kraft eines verdorrten Pavian-Arms.
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