"Otto hat gesagt, wir sind viel zu brav, und seitdem denke
ich über das wilde Leben nach. Und ob er recht hat. Und
was wir tun sollen, falls er recht hat. Denn falls ja, kann es
nicht so bleiben."
Matti und Otto kennen sich schon ihr ganzes Leben,
minus drei Wochen. Sie wohnen da, wo andere Urlaub
machen - mitten in Berlin. Sie gehen zum Yoga und
spielen Klavier. Matti hat die Lachsucht und Otto kann
nicht singen. Alles ganz normal, also. Zu normal?! Eines
Tages sehen sie in der Schule Bruda Berlin auf YouTube
rappen und beschließen: Es muss sich was ändern! Fragt
sich nur, wie …
Eine Großstadt-Kindergeschichte von heute, sie handelt
von Freundschaft, komischen Lehrern und seltsamen
Nachbarn, Immobilienhaien und gefährlichen Gangstern,
von Müttern und Vätern - vom wilden Leben eben!
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.08.2019
Manuela Kalbermatten erkundet mit einer Reihe neuer Kinderbücher die Großstadt als literarischen Raum. Hier könnten Kinder viel erleben und konsumieren, aber das helikopterelterliche Sicherheitsdispositiv setzt ihrem Bewegungsraum enge Grenzen. In Silke Lambecks Berlin-Buch "Mein Freund Otto, das wilde Leben und ich", brechen Matti und Otto aus ihrem Gentrifizierungsghetto aus, um mit Bruda Berlin aus Neukölln gegen die Schließung des Quartierladens in Mitte zu kämpfen. Zwar erlebt hier die Rezensentin einen sehr satirischen Blick auf das Thema Großstadt, aber auch eine emanzipatorische Poetik, die ihr die Vielfalt des städtischen Lebens näherbringt.
Eva-Christina Meier amüsiert sich gut mit Silke Lambecks "temporeicher" Hauptstadtgeschichte um zwei wohlstandsverwahrloste Fünftklässler auf Abwegen. Wie die beiden Jungs sich aus ihrer Komfortzone in Berlin-Mitte hinaus nach Neukölln wagen, um mit einem Gangstarapper gemeinsame Sache zu machen, findet sie schonungslos und wohldosiert mit Klischees verfahrend erzählt. Die Zuspitzung von vermeintlichen Gegensätzen im Text hält sie für einen raffinierten dramaturgischen Kniff.
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