Aus dem Hebräischen übersetzt von Lydia Böhmer, Paulus Böhmer und Werner Söllner.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.05.2001
Jakob Hessing vertritt die Ansicht, dass die Biografie des Dichters für das Verständnis seiner Gedichte von großer Bedeutung ist. Und so macht er darauf aufmerksam, dass Reich in seiner Jugend zunächst Talmud-Schüler war, bevor er sich von der "säkularen Bewegung des Zionismus" faszinieren ließ. Die daraus resultierenden Ambivalenzen spielen nach Hessing eine bedeutende Rolle in diesem Band, in dem Reich "der Jerusalemer Orthodoxe die Weltlichkeit der mediterranen Küstenstadt gegenüber" stellt. Einige Gedichte erläutert der Rezensent in seiner Besprechung genauer, wobei er dem Leser auch Anspielungen Reichs erklärt, etwa ein Wortspiel des Dichters mit "Schwärze", mit der sich die Häuser füllen. So weist Hessing darauf hin, dass in Israel die Ultraorthodoxen als "Schwarze" bezeichnet werden und erklärt dem Leser, an welcher Stelle Reich den Opportunismus dieser "Schwarzen" anprangert. Insgesamt betont Hessing, dass sich Reich hier mit dem "Niedergang des Judentums" nicht nur im Allgemeinen, sondern auch "als persönliches Phänomen" befasst. Auch wenn Hessing dies nicht dezidiert ausspricht, so scheinen ihm die Gedichte sehr gefallen zu haben. Großes Lob sendet er auch an die Übersetzer.
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