Ihre Spitznamen klingen wie ein böses Programm: Thomas von Absberg genannt Handabhacker, Friedrich von Gelnhausen genannt Stichel oder Wolff von Wunnenstein genannt gleißender Wolf. Sie waren Ritter und Mordgesellen, sie waren auf Ehre bedacht und taten sich als Wegelagerer hervor. Die Raubritter überzogen das Heilige Römische Reich zwischen dem 12. und 17. Jahrhundert mit ihrem wüsten Tun. Sie füllten jene herrschaftsfreien Räume, die sich in Deutschland durch das Fehlen einer Zentralmacht auftaten, und schwangen sich zu "Warlords" auf, die nur Gott und Kaiser über sich duldeten. Sie machten das Reisen teuer und gefährlich; sie gingen den Städtern an die Beutel und den Bauern ans Leben. Ihre Taten, ihr Aussehen und ihr oft unrühmliches Ende wird in Chroniken, Archiven und Augenzeugenberichten bewahrt.
Raubritter waren der Geschichtswissenschaft bisher nur wenige Worte wert, weiß Norbert H. Ott. Allein schon deswegen hält der Rezensent Niklas Franks "prall und farbig" erzählte Abhandlung über das "geheime Leben der Heckenreiter und Wegelagerer" für einen "Glücksfall". Berichtet werde über die "unglaubliche Brutalität" dieser "paradigmatischen Gestalten einer historischen Umbruchsituation", aber auch darüber, wie selbstverständlich in damaligen Zeiten ein brutaler Umgang mit den Mitmenschen gewesen ist, so Ott. Der glaubt zwar nicht, dass Franks Betrachtung unter Historikern auf große Zustimmung stoßen wird, findet es aber akzeptabel, wenn "fragmentarisches Wissen" mit "farbigen" Vermutungen bereichert werde. Zwischen "fact und fake" wisse Frank jedenfalls "brillant" und "grandios" "hin- und herzuspringen".
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