Gerade einmal drei Generationen sind seit der Shoah vergangen. Deutschland ist heute ein anderes Land. Die Deutschen haben aus der Vergangenheit gelernt und sich ihrer Verantwortung für ein "Nie wieder" gestellt. Ist es wirklich so?
Arye Sharuz Shalicar trifft in seinem Beruf deutsche Spitzenpolitiker, Vertreter von Nichtregierungsorganisationen, Journalisten, Polizisten, Bundeswehrsoldaten, Akademiker und christliche Pilgergruppen. Nach unzähligen Gesprächen und Begegnungen gelangt er zu der bitteren Erkenntnis: Antisemitismus ist in Deutschland, nicht selten getarnt als "Israel-Kritik", weiterhin tief verwurzelt.
"Neu-deutsche" Antisemiten treten ihm unverhohlen und massenhaft in seinem Blog entgegen. Ihre Kommentare lassen keinen Zweifel daran: Juden gehören heute nicht selbstverständlich zu Deutschland.
Inhalt: Muslimischer Antisemitismus - Linksintellektueller Antisemitismus - Rechtsradikaler Antisemitismus - "Israel-Kritik" - Philosemitismus - Christlicher Antisemitismus - Neidkultur
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.11.2018
Rezensent Tobias Sedlmaier spürt den Furor des Autors Arye Sharuz Shalicar. Wenn dieser über den undifferenzierten Umgang der Deutschen mit Israel und mit den Juden schreibt, über die negative Darstellung Israels in den Medien, findet Sedlmaier das zwar nicht neu, doch durch den persönlichen Ansatz von besonderer Wucht. Der Holzhammer-Stil des Autors und ein mangelhaftes Lektorat machen ihm die Lektüre allerdings nicht leicht. Dass der Autor zudem nicht selten Parteilichkeit vor Analyse gelten lässt, widerspricht laut Rezensent dem Anliegen des Buches, für Toleranz zu werben.
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