1 CD mit 83 Minuten Laufzeit. Musik von Max Nagl. Eine Produktion von NDR und Österreichischem Rundfunk. In seiner Jugend hatte Eduard Saxberger davon geträumt, Schriftsteller zu werden und es tatsächlich mit dem Gedichtband "Wanderungen" zu einigem Erfolg gebracht, bevor er der Kunst entsagte und Beamter wurde. Kurz vor seiner Pensionierung wird sein Frühwerk vom Literatenverein "Begeisterung" wiederentdeckt und Saxberger als Künstler endlich gewürdigt. Verführt durch die Aufmerksamkeit der Jungautoren und die Hoffnung auf späten Ruhm, wagt er sich noch einmal als Dichter auf die Bühne.
Die Novelle, an der Arthur Schnitzler zwischen 1894 und 1895 schrieb, erschien in ihrer längeren Fassung erstmals im Jahr 2014. Helmut Peschina und Harald Krewer haben sie für das Hörspiel bearbeitet. Das Ensemble aus 12 Schauspielern - darunter Michael Rotschopf als Erzähler, Joachim Bißmeier als Eduard Saxberger, Peter Simonischek als Stammtischbruder Grossinger und Petra Morzé als Schauspielerin Ludwiga Gasteiner - wird unterstützt durch melancholisch-humorvolle Musik des österreichischen Jazzmusikers und Komponisten Max Nagl.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.07.2017
Alexander Košenina räumt ein, dass der hier zugrundeliegende Text Arthur Schnitzlers nicht zu den besten des Dichters gehört. Dass Kosenina sich dennoch nicht langweilt, liegt an der lebendigen Inszenierung von Schnitzlers "Literaturbetriebssatire" um den Dichterzirkel der Jungwiener, an der geschickten Verteilung der Sprecherrollen und der musikalischen Begleitung, die Kaffeehaus-Atmosphäre schaffen, wie der Rezensent findet, und die Verflechtungen von Kunst und Künstlichkeit, Muse und Mode hörbar machen.
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