Arne Rautenberg

Der Sperrmüllkönig

Roman
Cover: Der Sperrmüllkönig
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2002
ISBN 9783455061505
Gebunden, 160 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Im Mietshaus mit der Nummer 7 scheint die Welt noch in Ordnung. Bis ein junger Schriftsteller einzieht und seine neue Umwelt mit seismographischer Genauigkeit zu inventarisieren beginnt... Am meisten fasziniert ihn der Hausbewohner Hartmut Hellmann, der wie ein unnahbares, wandelndes Rätsel anmutet: Wieso treibt er sich Nacht für Nacht auf den Straßen herum? Weshalb späht er durch Briefschlitze? Und warum steht plötzlich ein Monument aus toten Fernsehern im Hauseingang?

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.07.2002

Recht freundlich fällt das Urteil des Rezensenten mit dem Kürzel "tkr" über diesen Debütroman Arne Rautenbergs aus, der einen "gespensterhaften Archivar und Parasit der Wohlstandgesellschaft" beschreibt. Angesichts der Verspieltheit des Autors schleicht sich allerdings hin und wieder ein befremdet-distanzierter Unterton in die Besprechung: Rautenberg "berauscht sich zuweilen am wortspielerischen Verrücken und Entwerfen von Alltagspartikeln", so "tkr". Trotzdem hat er im Großen und Ganzen Spaß an diesem Roman, der nicht nur von einem verschrobenen Einzelgänger erzählt, sondern gleichzeitig "die Geschichte eines Hauses und seiner Bewohner". Bei aller Detailverliebtheit bieten sich hier genug spannende Reibungspunkte "an den Oberflächen dieser eng umkreisten Welt", so des Rezensenten wohlwollendes Fazit.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.07.2002

Christoph Jürgensen spendet verhaltenes Lob für diesen ersten Roman des 1967 in Kiel geborenen Lyrikers. "Tempo" sei allerdings nicht gerade seine Stärke, wie es laut Jürgensen der Klappentext vollmundig behauptet, vielmehr überzeuge der Autor "als Dokumentarist des Alltags", der "gelassen, fast gemächlich" seinen kleinen Geschichten nachgehe. Das Reizvolle an diesem Roman sieht Jürgensen daher auch nicht allein in der Geschichte des Sonderlings, der seiner merkwürdigen Leidenschaft für Müll in nächtlichen Beutezügen durch die Kieler Straßen frönt, sondern im Zusammenspiel von Alltag, lyrischen Einsprengseln und philosophischen Reflexionen, wobei ihm der quasi-theologische Jargon des Textes manchmal etwas zu bemüht erscheint. Dennoch sei "Der Sperrmüllkönig" intelligent und amüsant geschrieben, mit vielen gültigen Charakterisierungen des nordischen Klimas.

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