Armin Pongs (Hg.)

In welcher Gesellschaft leben wir eigentlich?

Gesellschaftskonzepte im Vergleich. Band 1
Cover: In welcher Gesellschaft leben wir eigentlich?
Dilemma Verlag, München 1999
ISBN 9783980582247
Gebunden, 23,52 EUR

Klappentext

Durch fortschreitende Individualisierungs- und Globalisierungsprozesse werden die nachindustriellen, hochtechnisierten, ausdifferenzierten Gesellschaften einem tiefgreifenden Strukturwandel unterworfen. Es liegt eine verwirrende Vielzahl gesellschaftswissenschaftlicher Theorieentwürfe und Erklärungsansätze vor. Das liegt daran, dass sich soziale Wirklichkeit nie mit einem einzigen Gesellschaftskonzept erschöpfend erfassen lässt. Das Buch versammelt deshalb international renommierte Gesellschaftsexperten, die in der Vergangenheit auf gänzlich unterschiedliche Weise versucht haben, ihren Forschungsgegenstand theoretisch einzukreisen. Kurz und prägnant werden die verschiedenen Gesellschaftsanalysen beschrieben, ihre theoretische Grundlage verdeutlicht und kritisch hinterfragt. Das Ergebnis ist ein Überblick über die vorherrschenden Theorien und Konzepte, die den Mechanismen der Gesellschaft nachspüren, indem sie einzelne Aspekte hervorheben, beobachtbare Tendenzen herausarbeiten und die Veränderungen aufzeigen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.09.2000

Zwiespältig äußert sich Kersten Knapp über dieses zweibändige Werk. Einerseits weiß er zwar zu schätzen, dass hier durchaus "anregende Einblicke in die Kunst der Gesellschaftsdeutung" gegeben werden. Andererseits scheint er wenig Neues bei der Lektüre erfahren zu haben. So zeigt sich Knapp wenig überrascht, dass die Soziologen die gesellschaftlichen Krisen in den Vordergrund stellen - schließlich sei dies ja auch die Grundlage ihres Fachs. Auch die Klagen über einen Mangel an moralischen Werten oder an gesellschaftlicher Orientierung sowie die Lösungsvorschläge sind seiner Ansicht nach durchaus nicht neu. Interessant scheint dem Rezensenten jedoch, welch große Rolle stilistische Aspekte bei der Vermittlung der Thesen spielen. Einen "Slogan" zu entwickeln scheint auch bei durchdachten Thesen äußerst wichtig zu sein - sei es nun der Begriff der "Postmoderne", der "radikalisierten Moderne" oder der Begriff der "transkulturellen" Gesellschaft, wie ihn Wolfgang Welsch ins Spiel bringe. Dass diese Formulierung sich gegen Claus Leggewies Formel von der "Multikulti-Gesellschaft" behaupten kann, bezweifelt Knapp jedoch - mit einem spürbaren Augenzwinkern.

Beliebte Bücher

Nelio Biedermann. Lázár - Roman . Rowohlt Berlin Verlag, Berlin, 2025.Nelio Biedermann: Lázár
Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als…
Heike Geißler. Michaela Kohlhaas - Roman . Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Heike Geißler: Michaela Kohlhaas
"Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem…
Robert Seethaler. Die Straße - Roman . Claassen Verlag, Berlin, 2026.Robert Seethaler: Die Straße
Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in…
Petra Morsbach. Orion - Roman . Penguin Verlag, München, 2026.Petra Morsbach: Orion
Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…