Ariel Dorfman

Den Terror bezwingen

Der lange Schatten Augusto Pinochets
Cover: Den Terror bezwingen
Konkret Literatur Verlag, Hamburg 2003
ISBN 9783894582234
Kartoniert, 191 Seiten, 15,00 EUR

Klappentext

Ariel Dorfman hat die Prozesse gegen Pinochet in London und später in Santiago begleitet. Sein Prozessbericht, der sich wie ein Krimi liest, wird ergänzt durch Rückblicke auf die Ereignisse des Putschs im September 1973 und das Terrorregime Pinochets, dem Zehntausende zum Opfer fielen. Dorfmann schildert die Bedeutung der Verhaftung Pinochets in London für die überlebenden Opfer und die Angehörigen der Toten und Vermissten sowie die Tatsache, dass der gefürchtete Diktator erstmals angreifbar und mit seinen Taten und den Opfern konfrontiert wird. Er geht der Frage nach, wie Pinochet und sein Regime möglich wurden und beleuchtet auch die Verantwortung anderer Staaten, insbesondere der USA. Aber auch die Möglichkeiten und Grenzen einer internationalen Strafgerichtsbarkeit sowie die Verantwortung der internationalen Gemeinschaft und der Umgang mit Diktaturen werden in Dorfmans Betrachtungen einbezogen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 11.09.2003

Die Tagebücher und Reflexionen des Autors Ariel Dorfman böten einen eindringlichen Einblick in die mit dem Pinochet-Prozess aufgebrochene und bis heute andauernde "tiefe Gespaltenheit der chilenischen Gesellschaft", findet Elke Schubert. Die Rezensentin schreibt beeindruckt, dass Dorfman in seinen Aufzeichnungen "seine eigenen zwiespältigen Reaktionen" und das Schicksal der unendlich vielen getöteten Opfer, der Verschwundenen und deren Familien lebendig werden lasse. Schubert lobt das Buch als ein ungewöhnlich "gelungenes", persönliches Protokoll eines "nervenaufreibenden Hin- und Hers", das die Chilenen während des Prozess' um Pinochet mitgemacht haben. Deutlich wird das dann auch durch das Resümee des Autors, das Schubert zitiert: "Pinochet war alles in meinem Leben. Und er war nichts".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.09.2003

"Packend" und "mit Emphase geschrieben" findet der Rezensent Frank Niess die Abhandlung Ariel Dorfmans über das Ende der 90er Jahre zusammengebrochene Terrorregime unter Pinochet in Chile. "Sehr einfühlsam" beschreibe Dorfman, was Regimegegner in dieser dunklen Phase der chilenischen Geschichte alles erdulden mussten. Außerdem versuche er durch die "psychologische Annäherung an Pinochet" herauszufiltern, wie gerade diese Person, die Dorfman als absolut "mittelmäßig" einstuft, so viel Leid anrichten konnte, fasst der Rezensent zusammen. "Minutiös" beschreibe der Autor auch die späteren Versuche, Pinochet für seine menschenverachtenden Taten während des Terrorregimes abzuurteilen. Letztendlich, so stellt Frank Niess überzeugt fest, sei Dorfman ein auch für Laien gut nachvollziehbares und "aufschlussreiches" Werk gelungen.
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