Antonia Baum

Tony Soprano stirbt nicht

Cover: Tony Soprano stirbt nicht
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2016
ISBN 9783455405729
Gebunden, 144 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

In Antonia Baums vorangegangenem Roman drehte sich alles um drei Kinder, die ständig um das Leben ihres risikoverliebten Vaters fürchten. Nur wenige Wochen vor Erscheinen des Buchs verunglückte ihr Vater schwer. Wie es sich anfühlt, wenn aus Fiktion plötzlich Realität wird, und was in einem vorgeht, wenn plötzlich alles stillsteht, die Welt aber weitermacht, davon erzählt Antonia Baum hier.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.04.2016

Christopher Schmidt freut sich, dass Antonia Baum sich nun freigeschrieben hat. Eine Autorin, die begreift, dass Leben und Literatur nicht dasselbe sind, ist das eine. Ihr bei diesem Erkenntnisprozess zuschauen zu dürfen, etwas anderes. Eben das kann Schmidt mit Baums neuem Buch, einem Mémoire an den Unfall des Vaters der Autorin, aus dem sich Stück für Stück die Autorin Baum entwickelt, wie Schmidt feststellt. Wenn Baum im Buch schließlich damit beginnt, Geschichten zu erfinden, erzählerische Miniaturen, etwa eine Variante von Kästners "Das doppelte Lottchen", ist Schmidt hingerissen und konstatiert einen echten "Qualitätssprung".

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 19.03.2016

Laura Ewert ist ganz ehrlich: Sie schätzt die Autorin zwar für ihre Beiträge in der FAS, mit denen sie oft konform gehen kann, doch einen Roman von ihr hat sie bislang noch nicht zuende lesen können. Diesbezüglich ist der vorliegende Roman eine Premiere - und bis zur letzten Seite vorgedrungen zu sein "hat sich auch gelohnt." Insbesondere die undurchdringlichen "superschlauen" Meta-Verflechtungen dieser nahe an der Realität, aber wohl doch nicht ausschließlich in ihr siedelnden Geschichte weiß die Kritikerin zu schätzen: Noch bevor die Autorin ein Buch darüber veröffentlichen kann, in dem es darum geht, dass ihr Vater verunglücken könnte, verunglückt der tatsächliche Vater, was Gewissensbisse hervorruft. Das sei auch insofern toll, da Baum hier ihr erzählerisches Geschick unter Beweis stellt, wenn sie in "kleinen Horrorsequenzen" das ganze Familiengrauen packt, so die Kritikerin, die sich nun vornimmt, vielleicht auch den vorangegangenen Romanen Baums eine zweite Chance zu geben.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 17.03.2016

In ihrem Buch "Tony Soprano stirbt nicht" beschreibt Antonia Baum ihren Schock und ihr Leiden, nachdem ihr Vater bei einem Motorradunfall schwer verletzt worden war, erklärt Rezensent Felix Stephan. Dieses Buch ist unbedingt narzisstisch, verrät der Rezensent, Baum befasst sich mit sich, ihren Gefühlen, ihren Gedanken. Es ist die Offenlegung des beschwerlichen Wegs zur Versprachlichung der Erfahrung, der Baums Buch trotzdem interessant und gewinnbringend macht, so Stephan. Dies und das schwarze Loch, das dennoch allem bleibt.
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