Aus dem Englischen und dem Afrikaans von Barbara Jung, Sophia Pick und Gunter Pakendorf. Mit einem Nachwort von Marie Luise Knott. Antjie Krogs Gedichte sind getragen von Zorn und Zärtlichkeit: Zorn über den Schmerz, die Gewalt, die Zerstörung in Südafrika. Zorn nicht minder über Tabus privater und ästhetischer Natur: des alternden weiblichen Leibs, der seiner Körperlichkeit beraubt wird. Zugleich sind ihre Gedichte voller Zärtlichkeit für das Land, seine Menschen, das Wunder des friedlichen Wandels. Wie aber schreiben in einer Sprache - Afrikaans -, die als Instrument der Herrschaft missbraucht und darüber ihres ursprünglichen Sinns beraubt worden ist? Inspiriert von den Gedichten Paul Celans, sucht Antjie Krog ihren eigenen Weg, die "verhärteten Muskeln" des Afrikaans neu zu dehnen, haucht ihm etwas vom Rhythmus und Klang der mündlichen Traditionen der südafrikanischen Erstbewohner ein und öffnet es für die Ein-Vielheit der afrikanischen Vorstellung eines pluralen, die Gemeinschaft mitdenkenden Ichs.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.02.2015
Mit Begeisterung, aber auch mit Beklemmung liest Rezensentin Renate Wiggershaus die erstmals auf Deutsch erschienenen Gedichte der aus einer Burenfamilie stammenden Südafrikanerin Antjie Krog. Liebes- und Naturlyrik, Sprachexperimentelles, Hermetisches, vor allem aber die Texte über die Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung gehen Wiggershaus nahe. Wie genau die Gedichte übersetzt sind, kann die Rezensentin anhand der mit abgedruckten Versionen auf Englisch und Afrikaans nachvollziehen. Marie Luise Knotts Nachwort scheint ihr konzentriert und informativ.
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