Anthony Veasna So

Nach der Party

Stories
Cover: Nach der Party
Luchterhand Literaturverlag, München 2024
ISBN 9783641274375
Gebunden, 336 Seiten, 16,99 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Cornelius Reiber. In Stockton, einer Stadt in einem kalifornischen Tal weit entfernt vom Meer, florieren buddhistische Tempel und kambodschanische Lebensmittelläden, seit das völkermörderische Regime der Roten Khmer die Menschen aus dem eigenen Land hierhin vertrieben hat. In dieser Stadt, die weder ganz zu Amerika noch zu Asien gehört, begegnen wir allmächtigen Mönchen, nervigen Tanten, von der Langeweile zu Tode gequälten Heranwachsenden, stoßen auf einen ganzen Kontinent an verschwiegenen, verdrängten, verbotenen Geschichten, heimlichen Wünschen und sexuellen Fantasien. Respektlos und kühn erzählt Anthony Veasna So in seinem posthum erschienenen Erzählband vom Befreiungskampf der jungen Generation gegen die Stille und das Vergessen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 05.07.2024

Anthony Veasna So ist 2020 an einer Drogen-Überdosis gestorben, weiß Rezensent Wolfgang Schneider, aber glücklicherweise bleibt dieses Buch mit seinen Kurzgeschichten: Selbst Sohn kambodschanischer Einwanderer, schreibt er über diese Community, die Überlebende der Diktatur der Roten Khmer genauso beinhaltet wie die Frage ihrer Nachkommen, was das eigentlich heißt, Khmer zu sein. Die Frage der eigenen Identität, die Vereinbarkeit von Queerness und Tradition verbindet Veasna So mit einem lässigen, aber nie zu coolen Tonfall, so Schneider. Für ihn ist es ein großer Verlust, dass von diesem begnadeten Erzähler keine weiteren Geschichten mehr kommen werden.