Muss es mit Mitte dreißig nicht endlich losgehen? Yoko, Friederike, Alison und Siri, vier Freundinnen aus Berlin, sind auf der Suche nach der Liebe und nach dem richtigen Leben. Und alle vier hadern mit sich, weil sie Angst vor dem Scheitern haben. Haben die Alten etwa mehr Mut als die jungen Leute? Annika Reich erzählt von einer Generation, die das Neue will und vor den alten Fragen steht. Am Ende merken die vier Frauen: Leben lernen muss jede für sich allein.
Rezensentin Christine Regus mochte dieses Buch, das, wie sie schreibt, die Geschichten von vier Freundinnen kunstvoll verflicht. Denn es gehe um die ewig aktuelle Frage, wie und wo man das Leben findet, das man leben möchte: verhandelt eben, "postfeministisch zugespitzt" an vier Frauen, und deren Probleme zwischen Partnerwahl und Familiengründung. Das kommt manchmal für den Geschmack der Kritikerin arg detailverliebt und auch klischeehaft daher, weshalb ihr beim Lesen gelegentlich die Frage durch den Kopf geht, "ob diese Frauen wirklich nichts anderes beschäftigt". Doch weil die Autorin dem Leser die Orientierungslosigkeit ihrer Figuren so unmittelbar zumutet, nimmt alles schließlich eine Wendung ins Bedrohliche, schlägt das zunächst so unscheinbare Buch doch literarische Funken.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.03.2010
Wird man nun in Berlin anders erwachsen als woanders? Andrea Diener sucht nach einer Antwort in den Geschichten von Annika Reich und kommt zu dem Schluss, dass sich zumindest die Optionen dort vervielfachen. Als Quintessenz eines mit metaphysischen Erscheinungen und Doppelgängern hantierenden Buches ist ihr das allerdings ein bisschen zu wenig. Die von Reich entwickelten Konflikte der vier exemplarisch vorgeführten Thirtysomethings mit ihren beruflichen und familiären Verhältnissen findet sie in den Texten mitunter einfach zu billig aufgelöst. Die den Figuren angepasste Moral erscheint ihr zu schematisch, wie ihr jede der Erzählungen auch insgesamt zu geschlossen und linear vorkommt.
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