Aus dem Französischen von Marianne Schönbach. Wo tun Sie es am liebsten? Im Bett? Am Tisch? Am Strand? Und wie steht's mit der Beleuchtung? Die bekennende Bibliophagin Annie Francois braucht ihre Dosis auch morgens um vier, denn sie ist eine manisch-epikureische Leserin. Das Rascheln beim Umblättern berauscht die Autorin ebenso wie der zarte Mandelduft einer Klebebindung. Sie sinniert über das Ver- und Ausleihen der Kultobjekte, über die Frage, welches Buchformat zu welcher Lesegelegenheit passt sowie darüber, was mit den Bibliotheken passiert, wenn sich Paare zusammentun und trennen. Kopfzerbrechen bereitet die Frage des Ordnungssystems: lieber alphabetisch (fragwürdige Nachbarschaften!) oder thematisch? Wie wählt man seinen Lesestoff aus? Manche Bücher begleiten uns ein Leben lang, andere reißen uns nur vorübergehend mit? Annie Francois schildert alle Freuden, aber auch die Leiden eines Lebens, das ganz aufs Buch gestellt ist.
Ein hartes Urteil fällt Rezensentin Aygül Cizmecioglu über das erste Buch der französischen Lektorin Annie Francois: "Nicht im Lesen, sondern im Besitzen und Zurschaustellen scheint für Annie Francois die Hauptfunktion der Bücher zu liegen." Das muss insofern besonders weh tun, als Francois eigentlich darauf zielt, eine "Autobiobibliografie" zu entwerfen, wie der Untertitel verrät. Doch für Cizmecioglu lesen sich allein die an den Anfang gestellten essayartigen Abhandlungen über die sinnliche Wahrnehmung von Büchern einigermaßen amüsant. Den Sprung aber von der oberflächlichen zur inhaltlichen Ebene schafft Francois in den Augen der sichtlich genervten Rezensentin nicht. Ein Großteil ergehe sich in der Aufzählung von Buchtiteln, die Francois gelesen haben will, deren Bedeutung für das Leben der Autorin sich allerdings in den Regalmetern zu erschöpfen scheint, die sie einnehmen, wie die Rezensentin ätzt.
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