Ist Lesen eine Kunst? Eine Leidenschaft? Eine "edle Beschäftigung"? (Thoreau) "Ein großes Wunder"? (Marie von Ebner Eschenbach) Ein lebenslanges (Selbst)Studium? Ein Gespräch über alle Grenzen von Raum und Zeit hinweg? Ein "Emporwachsen der Seele" ? (Voltaire) Was Lesen alles ist, war, sein kann, zeigt die Wunder kammer des Lesens. Eine schwelgerische Liebeserklärung an unzählige Details der Lektüre - von der Poesie des Umblätterns bis zu wissenschaftliche Erkenntnissen über das lesende Hirn und die heilende Wirkung von Texten. Von den Denkfiguren der Literaturwissenschaft über internationale Lesebräuchebis hin zu magischen Momenten beim Lesen und Schreiben. Dazu: Skurrilitäten, Hintergrundwissen und viele Gedanken, Gedichte und Geschichten, die das Lesen noch staunenswerter machen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.07.2023
Inhaltlich durchaus berechtigt, gestalterisch ein "lilagelbes Grafikgrauen", urteilt Rezensent Andreas Platthaus über Thomas Böhms "Wunderkammer des Lesens": Buchbegeisterte Texte aus zwei Jahrtausenden sollen ein Publikum aufrütteln, das vom Verschwinden bedroht ist, so zumindest die Kassandrarufe, die den Niedergang des Lesens prophezeien. Das kennt Platthaus schon von der Arbeit Böhms, der neben seinen Publikationen im Verlag "Das kulturelle Gedächtnis" von Autorenschaft bis Kritiker viele Positionen im literarischen Feld einnimmt, aber hier funktioniert es nicht so recht, meint er. Die Texte von P.G. Wodehouse oder John Ruskin, die hier versammelt sind, sind zwar durchaus spannend, aber im Grunde genommen "predigt Böhms Buch zu den bereits Bekehrten". Keine rechte Empfehlung des Kritikers.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 12.07.2023
Ein wunderbares Buch zum Rumstöbern, lobt Rezensentin Cornelia Geißler dieses Buch. Man findet darin jede Menge Stoff rund ums Lesen und ums Buch, versichert sie: vom Geräusch beim Umblättern über die Gründung eines Lesekreises bis zu Vorlesetipps für Sterbende. Höchst anregend, findet die Kritikerin, die auch das Layout mit seinen teils hüpfenden und schrägen Buchstaben animierend fand. Bei der Farbgestaltung hätte sie vielleicht nicht ausgerechnet auf lila und gelb gesetzt. Aber ihrer Lesebegeisterung tut das keinen Abbruch.
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