Aus dem Französischen von Helmut Reuter. Eine Expedition vom Alphabet im Affengehirn bis zur Entstehung des Denkens in unseren Köpfen. Dieses Buch beantwortet alle Fragen: Warum liest der Mensch? Warum verstehen wir die Buchstaben? Warum gibt es Legasthenie? Wo liegen die Grenzen des Schnell-Lesens? Wie verändern digitale Technologien unser Denken? Schwarze Zeichen auf weißem Papier. Möglicherweise unterschiedlich in ihrer Größe, Form, Anordnung. Dennoch wird in Sekundenbruchteilen ein ganzes Universum von Bedeutungen erschaffen. Der französische Kognitionswissenschaftler Stanislas Dehaene unternimmt einen aufregenden Streifzug durch die Landschaft in unseren Köpfen.
Recht angeregt und anregend resümiert Rezensent Steffen Martus diesen neuen Essay über das Wunder des Lesens, den er Maryanne Wolfs Studie "Das lesende Gerhin" von 2009 an die Seite stellt. Martus legt besonderen Wert auf eine Idee des Autors: Nicht das Gehirn passt sich den Zeichen an, sondern die Zeichen wurden in der Geschichte der Menschheit so entwickelt, dass sie den Bedürfnissen Gehirns bestmöglich entsprechen. Dieser Erkenntnis folgt Martus gern. Dann aber mokiert er sich milde über Dehaenes Beschreibung der Prozesse in unserem Gehirn, deren Metaphorik er aus Digitalisierung und Globalisierung ableitet: Das Gehirn als Netzwerk, als Schwarm - dereinst wird man das so altbacken finden wie die von den Mechanismen der Dampfmaschine oder des Uhrwerks inspirierten Metaphoriken früherer Jahrhunderte, meint Martus.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.10.2010
Angetan zeigt sich Stefana Sabin von Stanislas Dehaenes Buch über das Lesen. Dem renommierten Neurowissenschaftler gelingt es in ihren Augen vorzüglich, die komplexen Vorgänge im Gehirn zu erläutern, die beim Lesen stattfinden. Bei der Lektüre hat sie eine Menge erfahren etwa über blitzschnelles visuelles Dekodieren und Deuten beim Lesen, über den Umgang des Gehirns mit Buchstaben, Morphemen und Lexemen oder auch über die Anpassung der Schriften an die Möglichkeiten des Gehirns. Das alles und noch viel mehr findet die Rezensentin bei Dehaene mit "Liebe zum neuronalen Detail" erklärt.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Anne Carson: Rot Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt… Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Anne Carson: Der bittersüße Eros Aus dem nordamerikanischen Englisch von Christina Dongowski. Es war eine Dichterin, Sappho, die dem Eros das paradoxe Attribut "bittersüß" gab. Dies geschah in der Zeit,…