Übersetzt von Gesine Schröder. Greta will nur Liebe, Glück, Mittag essen mit Margaret Atwood und endlich einen echten Orgasmus. Aber vor allem möchte sie ihren Vater zurück, mit dem Trinken aufhören und einmal mit der gutaussehenden Frau mithalten, die immer neben ihr auf dem Laufband läuft und T-Shirts trägt mit Schriftzügen wie "Gut ist das Gegenteil von Großartig". Sie wünscht sich ein normales Verhältnis zu ihrer Mutter und dass ihre Schwester aufhört zu versuchen, sich umzubringen. Sie würde am liebsten nie mehr Kleidung tragen, nie wieder Fleisch essen oder Milch trinken und für radikale politische Ideen kämpfen. Sie würde gern mehr sie selbst sein. Sie würde gern weniger wollen. Denn immer wenn sie etwas erreicht, wird ihr etwas anderes genommen.
Marlene Halser liest Anneliese Mackintoshs autobiografische Kurzgeschichtensammlung als Versuch herauszufinden, wie sich weibliches Leiden an disfunktionalen Beziehungen und Identitätsverlust heute bewältigen lassen. In den Stories enthüllt die Autorin laut Halser eine kastrophische Biografie, in der Anorexie, Alkoholismus, Vergewaltigung und Selbstverstümmelung eine Rolle spielen. Beeindruckend scheint Halser die Wahrhaftigkeit, mit der Mackintosh Tabuthemen anpackt und auf verstörende Weise das weibliche Verlorensein in der Welt dokumentiert.
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