Mit Illustrationen von Mikkel Sommer. Zehn Tage vor Beginn des Zweiten Weltkrieges wird eine fünfköpfige Bauernfamilie nachts aufgeweckt und ohne Worte in die Ferne geschickt. Wir folgen ihnen auf ihrem Weg und an jenen fremden Ort, an dem sie fort-an leben werden. "Vasya, dein Opa" ist eine Geschichte wie Millionen anderer Geschichten in der Sowjetunion, wo fast jede zweite Familie persönlich erfahren hat, was Gulag und Exil bedeuten. Diese Graphic Novel erzählt die Geschichte von Vasya, dem Großvater der Autorin Anna Rakhmanko. Sie basiert auf einem Interview mit seiner kleinen Schwester Ljubov, mit der er als Kind den ganzen Weg vom ehemaligen Rumänien (Bukowina) bis in die ferne Polarkreisregion der Sowjetunion gegangen ist, wo beide viele Jahre lang mit dem Etikett "Feind" leben mussten.
Rezensent Thomas Linden findet die Erinnerungen von Anna Rakhmankos Großtante an die ethnischen Deportationen in Russland im Jahr 1939 in den Zeichnungen von Mikkel Sommer gut eingefangen. Dass der Zeichner dem Leser nicht wie sonst in Graphic Novels über Vertreibung und Genozid üblich Distanz gewährt, scheint Linden erwähnenswert. Den Alptraum der Verschleppung, den die Autorin aufzeichnet, erlebt der Betrachter in Sommers expressivem Realismus mit den aufgelösten Panels viel unmittelbarer, findet der Rezensent. Für Linden vergleichbar einem Bilderbuch, bei dem der Betrachter die Optik immer wieder neu einstellen muss.
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