Verbrecher Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783957326270 Broschiert, 110 Seiten, 22,00
EUR
Klappentext
Ann Cotten hat an der Leibniz Universität Hannover die Poetikdozentur des Jahres 2023/24 gehalten. Sie widmet sich hierbei den Themen Lesbarkeiten, Fremdheiten, "falsche" Sprache und mehrsprachige Poetizitäten. Ausgewählt wurde sie, weil ihr bisheriges Werk vor allem im Zeichen der Spurensuche und der Schöpfung von Sprache steht. Im Bewusstsein des Zusammenhangs von Motorik und persönlicher Sprachentwicklung und im Wissen, dass das eigentliche Erbringen der Kulturleistung Sprache durch das Hinhören geschieht, schöpft und rekombiniert sie Textelemente zu unerhörten, aber nach Möglichkeit funktionalen narrativen und diskursiven Formen. Mit poetischer Sprache als Methode der Würdigung alter wie neuer, menschlich intentionaler ebenso wie rein indexikalischer Formensprachen bleibt sie Phänomenen der Interaktion von lebenden wie anorganischen Akteuren und Faktoren auf der Spur. Und damit unvermeidlich auch den Auswirkungen von Macht und Bedeutungsgebung, von Unterdrückung und Vergessen, doch auch von Schönheit, Erfindungsgeist und Nähe.Mit der ersten Poetikdozentin Lena Gorelik wurde im Rahmen der postulierten Neuen Deutschen Literatur Zugehörigkeit und Fremdsein und dem Ankommen im Erzählen nachgegangen. Mit Ann Cotten widmet sich die Reihe mit globaler Perspektive der Vielsprachigkeit und ihrer Physis sowie unserer Weltwahrnehmung.
Rezensentin Jette Wiese trifft sich für die taz mit der Lyrikerin Ann Cotten, die eben ihren Gedichtband "Poller. Idyllen" und ihre Poetikvorlesung "Text fur Aliens" veröffentlicht hat. "Die Muße der Fluren zeigt sich nur einem zögernden oder ruhenden Gehirn. Worte sind Deckel für Wunden mit eingebauter Leiter", zitiert sie Wiese und gibt damit einen Eindruck, womit man bei Cotten zu rechnen hat. Das schwer Verständliche nimmt Wiese der Autorin nicht übel, weil sie die "ständige Suchbewegung" dahinter spürt und den Wunsch, "das Unverstandene zu greifen". Dieses Unverstandene scheint mit ihrer Erfahrung als amerikanisches Kind an einer Wiener Volkshochschule zu tun zu haben. Einen neuen Blickwinkel zu finden, hat sie auch angeregt, den Philosophen Derrida in der japanischen Übersetzung zu lesen, was sie in ihrer Poetikvorlesung beschreibt. Man spürt, dass Wiese Cottens Suchbewegungen sympathisch sind, greifbarer werden diese dem Leser dadurch nicht. Aber vielleicht ist das auch der Punkt.
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