"Es ist das größte Glück der Welt, dass wir hier gelandet sind. Auch wenn es das größte Unglück der Welt ist, das uns hergebracht hat." Lotte wohnt in einem Forsthaus, obwohl ihr Papa gar kein Förster ist. Grund dafür ist der Krieg, der ihrem Vetter Knut den Vater genommen hat und Lehrer Fettig ein Auge. Seit die grässliche Frau Greßmann im Forsthaus das Sagen hat, ist vieles verboten - Kirschenpflücken zum Beispiel. Doch Lotte lässt sich nicht unterkriegen. Wer Kirschen haben will, muss sie eben klauen. Und dass nur Jungs Lederhosen tragen dürfen, sieht sie schon gar nicht ein! Ein Buch, das von einer Kindheit in der Nachkriegszeit erzählt und zu vielen Gesprächen zwischen den Generationen Anlass gibt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.08.2019
Ramona Lenz empfiehlt Anke Bärs Buch, um generationenübergreifend über den Krieg und seine Folgen ins Gespräch zu kommen. Was es bedeutete, in den unmittelbaren Nachkriegsjahren Kind zu sein, vermag die Autorin laut Lenz mittels einer "wunderbar" geschriebenen Geschichte um eine Kinderschar und eine 11-jährige Erzählerin und genauer Bleistiftzeichnungen sowie mit Erläuterungen und Fotos von zeitgenössischen Alltagsgegeständen am Ende des Buches lebensnah zu vermitteln. Wie sich in das harmlose Kinderspiel immer wieder leise das Grauen einschleicht durch Beschränkungen des Daseins, Metallsplitter im Wald und Nachbarsgeschichten von Gefallenen und Kriegsgefangenen, findet Lenz lesenswert.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.06.2018
Ralf Husemann hat dieses Buch gern gelesen, in dem Anke Bär eigentlich recht vergnüglich eine Familiengeschichte aus der Nachkriegszeit erzählt. Schon das Setting in dem Haus gefällt ihm: Immer mehr Mitglieder der Familie retten sich hierher, bis es aus allen Nähten zu platzen droht, am Ende kommt noch Opa, bei dem die Entnazifizierung etwas länger gedauert hat. Wem das alles schon zu weit weg ist, dem hilft die Autorin mit Material aus ihrer Familiengeschichte, erklärt der Rezensent.
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