Aus dem Englischen von Astrid Finke und Gloria Buschor. Anjelica Hustons Autobiografie ist das literarische Zeugnis eines faszinierenden Künstlerlebens. Als Tochter des großen Regisseurs John Huston wächst sie auf einem Gut in Irland auf und begegnet im Laufe der Jahre vielen bedeutenden Persönlichkeiten. Carson McCullers, John Steinbeck, Peter O'Toole, Marlon Brando und Montgomery Clift - sie alle gehen in ihrem Zuhause ein und aus. Anjelica tritt selbst im Alter von 17 Jahren das erste Mal vor die Kamera und damit in die Öffentlichkeit. Unter der Regie ihres Vaters dreht sie ihren ersten Film, arbeitet als Model und wird im Swinging London erwachsen. In den 70er Jahren stürzt sie sich in das pulsierende New York, beginnt eine turbulente Beziehung mit Jack Nicholson und gehört bald zur glitzernden Welt Hollywoods. Und obwohl Anjelica Huston ein glamouröses Leben führt, ist ihr Blick zurück auch eine Geschichte von Einsamkeit, Verlust und Entfremdung.
Die Memoiren der amerikanischen Schauspielerin Anjelica Huston beeindrucken Hanns-Georg Rodek vor allem durch ihren Detailreichtum - und den Verzicht auf Reue und Wut. Anlass hätte sie für beides gehabt, wie Rodek anhand eines Abrisses von Hustons Biografie verdeutlicht: Als Tochter des Hollywood-Regisseurs John Huston sei der Vater für sie stets der "angebetete Nichtanwesende" gewesen, der langjährige Partner Jack Nicholson ein untreuer, wenig sensibler Gefährte. Stattdessen streife Anjelica Huston "wie eine Alice durch die Wunderländer unserer Pop-Nostalgie", wobei die hohe Frequenz an erwähnten Promis nur scheinbares Namedropping sei, wie der Rezensent befindet, denn mit derselben Akribie führe die Autorin auch ihre Gouvernante, den Dienstboten oder Butler aus Kindheitstagen auf.
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