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Anita Lenz

Wer liebt, hat Recht

Die Geschichte eines Verrats
Cover: Wer liebt, hat Recht
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2000
ISBN 9783462029499
Broschiert, 185 Seiten, 8,64 EUR

Klappentext

"Mein Mann betrügt mich, ich weiß es genau." Mit diesem Satz beginnt eine leidenschaftliche Geschichte um Liebe, Sex und Eifersucht. Die Ich-Erzählerin, eine Journalistin in Berlin, erfährt nach fast 28-jähriger Ehe zufällig, dass ihr Mann, ein Literaturprofessor in Schwaben, ein Doppelleben geführt hat und gerade Vater geworden ist. Er hatte sich mit seinem zweigeteilten Leben gut eingerichtet in der Provinz, während sie in der Hauptstadt nicht einmal ahnte, dass ihre Beziehung in der Sackgasse steckte. Im Gegenteil, sie hatte sich auf die Geburt des gemeinsamen Enkelkindes gefreut. Ein Ehedrama beginnt, eine Achterbahnfahrt der großen Gefühle. Die betrogene Frau protokolliert alle Phasen ihrer sexuellen Eifersucht, ihre Obsessionen und ihren Hass, ihre Angst vor dem fremden Kind, die absurden Versuche ihres Mannes, seine Verstrickungen zu verschleiern, als es nichts mehr zu verschleiern gibt.

Im Perlentaucher: Rezension Perlentaucher

Manchmal sitzt man nichts Schlimmes ahnend in einer Kneipe, dann setzt sich jemand zu einem und erzählt seine Lebensgeschichte. Das ist zwei Minuten, fünf Minuten, vielleicht sogar zehn Minuten lang interessant, doch dann hat man es ganz eilig, ruft nach dem Kellner und ergreift die Flucht. Am nächsten Tag fallen einem ein paar Sätze aus den Erzählungen des Unbekannten wieder ein und man wüsste es gerne genauer, hadert mit der eigenen Ungeduld und stellt wieder einmal fest: nie ist man neugierig genug. Ganz ähnlich geht es einem mit "Wer liebt, hat Recht" von Anita Lenz. Die Autorin schildert darin, wie sie auf die Nachricht reagiert, dass ihr Mann mit einer Geliebten einen Sohn hat. Es gibt keine zwei Zentimeter Abstand zwischen der angeblichen Roman-Heldin und der Autorin...
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 08.08.2000

Die Haltung von Rezensentin Susanne Katzorke zu diesem weitestgehend (ja, wie sie meint: zu weit gehendem) autobiografischen Roman lässt sich nur als ambivalent bezeichnen. Das Buch findet sie in der schonungslosen Schilderung des Ehebruchs des Ehemanns der Ich-Erzählerin "faszinierend", in der allzu detaillierten, "Voyeurismus" geradezu erzwingenden Detailschilderung ihrer Gefühle zugleich "schwierig und anstrengend". Vor allem verliere sich die Ungeduld mit der Erzählerin nicht, die am Ende gar beschließt, dem "verlogenen, schwachen" Mann eine neue Chance zu geben.
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