Angelika Reitzer

Wir Erben

Roman
Cover: Wir Erben
Jung und Jung Verlag, Wien 2014
ISBN 9783990270516
Gebunden, 344 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Mariannes Leben ist vererbt. Sie übernimmt den Betrieb ihrer Großmutter, eine Baumschule, noch bevor diese stirbt und Marianne mit all dem zurücklässt, was hier, in dem großen Haus in der österreichischen Provinz, verwurzelt ist: eine weit verzweigte Familie, ihre Geschichten, ihre Vergangenheit, das, was kommt. Der Radius von Mariannes Leben ist klein, es besteht aus viel Alltag und viel Arbeit, und selbst die bestürzendsten Ereignisse geschehen mit der Selbstverständlichkeit, mit der die Jahreszeiten wechseln. Siri, die Freundin aus dem Land, das einmal die DDR war, fängt dagegen immer wieder neu an. Sie ist mit ihren Eltern in den Westen geflüchtet, Monate bevor die Mauer gefallen und die Welt auf einmal in allen Himmelsrichtungen unüberschaubar groß geworden ist. Aber wo ist darin ihr Platz, ein Anknüpfungspunkt für ihr Leben?

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.05.2014

Ruhig und kunstvoll erzählt Angelika Reitzer laut Karl-Markus Gauß in diesem Roman von zwei gegensätzlichen Frauenbiografien. So lose und motivisch die beiden Lebensgeschichten im Buch auch miteinander verzahnt sind, wie Gauß erklärt, so sehr macht die kontrastive Konstellation in einem einzigen Roman für den Rezensenten Sinn. Darüber hinaus aber bietet der Text Gauß eine Stiftersche Art des Verweilens bei den Dingen, den Möbeln, der Gartenpflanzen, dem Essen, den Gesten der im Verlauf der Handlung von der Autorin ins Bild gebrachten Familienmitglieder, die der Rezensent sensationell findet. Zum einen, weil er spüren kann, wie die Zeit darüber vergeht, das Leben, zum anderen, da es spannend ist und Charaktere sich mit solcher Ausführlichkeit ganz gut ergründen lassen, wie Gauß meint.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.02.2014

Das passiert, wenn man den Stoff für eine Kurzgeschichte auf Romanlänge aufbläht, meint Martin Lhotzky - der Leser langweilt sich. Dabei hält Lhotzky Angelika Reitzer für eine genaue und im besten Sinne lakonische Erzählerin von Stimmungen und Empfindungen. Nichts dabei, wenn eine Autorin auf schillernde Bildlichkeit verzichtet. Wohl aber, wenn, wie hier, zwei eher unspektakuläre, allerhöchstens durch eine gewisse Verwandtschaftsfülle auffallende Frauenleben nacherzählt werden. Die Sprache plätschert dahin, das Erzählte scheint allzu vertraut. Dem Rezensenten wird es des Unspektakulären zu viel.
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