Für vier Jahre, zwischen 1958 und 1962, waren sie ein Paar: Ingeborg Bachmann und Max Frisch. Ein Paar allerdings, von dem es keine gemeinsamen Fotos gibt und über das nur wenige Details nach außen drangen. Doch die beiden haben Spuren hinterlassen: in Paris, wo ihre leidenschaftliche Liaison beginnt, in Zürich, wo sie eine gemeinsame Wohnung beziehen, und in Rom, wohin Frisch seiner Geliebten folgt und bald von Eifersucht geplagt wird. Selbstkritisch gesteht er: "Das Ende haben wir nicht gut bestanden, beide nicht." Noch über den schmerzvollen Bruch hinaus beziehen sie sich in ihren Werken aufeinander, geben sie in ihren Texten innerste Gefühle und Verwundungen preis. Ingeborg Gleichauf erzählt die Geschichte einer so großen wie unmöglichen Liebe.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.11.2013
Kurz bespricht der große Literaturkritiker Helmut Böttiger diese Studie, die er zusammen mit Andrea Stolls Bachmann-Biografie liest. Der Rezensent wirft Gleichauf vor, ein "fragwürdiges Erkenntnisinteresse" an ihrem Gegenstand zu haben und die Beziehung zwischen Bachmann und Frisch zu sehr aus der Perspektive des letzteren zu sehen, auch wenn er ihr zustimmt, dass Frisch nicht einfach der Macho sei, der schuld an Bachmanns späterem Verfall trage. Außerdem stört sich Böttiger an Gleichaufs "magazinartigem Kurzsatz-Präsens-Stil".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.11.2013
Eine weitgehend gelungene Annäherung an den "Gefühlskosmos zweier Dichter" sieht Beatrice von Matt in Ingeborg Gleichaufs Buch über die komplizierte Beziehung zwischen Ingeborg Bachmann und Max Frisch. Sie attestiert der Autorin, diese letztlich gescheiterte Liebe sorgsam und einfühlsam zu schildern. Das Zusammenleben in Rom, die Wanderungen durch die Stadt, Frischs Eifersucht, seine Ausraster - das alles scheint Matt lebendig und "mit Sinn für Not und Groteske" beschrieben. Allerdings moniert sie einige "Fehlurteile" der Autorin, die sich vor allem auf Max Frisch beziehen.
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