Mit dieser Studie über den gegenwärtigen Zustand des Feminismus und seiner Verhandlung in der Populärkultur nimmt Angela McRobbie das zeitgenössische Aufatmen über das "Ende des Feminismus" kritisch ins Visier. Nicht zuletzt sei dies auch eine Folge davon, dass boshafte Retraditionalisierungen von Geschlechterregimes die (kulturelle) Oberhand gewinnen. McRobbie analysiert empirisch, wie sich Konsum- und Populärkultur Rhetoriken und Bilder von weiblicher Freiheit und Autonomie aneignen und damit vordergründig den Erfolg von Frauen zu unterstützen scheinen. Doch McRobbies Tiefenbohrungen in die Welten von Bridget Jones und Heidi Klum zeigen, dass Frauen faktisch in neue, post-feministische "neurotische" Abhängigkeiten gedrängt und (wieder einmal) degradiert werden.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 18.03.2010
Die jüngere Entwicklung des Feminismus seit den neunziger Jahren hat für die Britin Angela McRobbie ein Stadium erreicht, dass sie nur noch als "Postfeminismus" bezeichnen möchte, resümiert Jette Gindner. Der Autorin zufolge erliege der neue Typus der Postfeministin, das "Top Girl", der Täuschung die genuinen Forderungen der Frauenbewegung, nämlich Teilhabe an der Macht und Kritik an traditioneller Rollenverteilung, hätten sich bereits erfüllt. Die Ursachen für die Verwässerung politischer Inhalte zugunsten eines "neuen Gesellschaftsvertrages", der "Beruf, Konsum und Casual Sex" bereit hält, sieht die Autorin unter anderem in der popkulturellen medialen Diffamierung von Feministinnen älterer Schule (lustfeindlich, theorielastig), aber auch in der vorschnellen Bereitschaft der jüngeren Generation, sich mit "Pseudo-Macht" und "vermeintlicher Selbstermächtigung" zufrieden zu geben, führt die Rezensentin aus, die dem Postulat McRobbies nach mehr "Ernsthaftigkeit" Sympathie entgegenbringt.
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