Andrej Belyi

Glossolalie

Poem über den Laut. Deutsch - Englisch - Russisch
Pforte Verlag, Dornach 2003
ISBN 9783856361488
Kartoniert, 263 Seiten, 34,00 EUR

Klappentext

Mit Anmerkungen und einer Einführung von Thomas R. Beyer, herausgegeben von Taja Gut.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.08.2003

"'min-men-man!' - (das in die Feuchtigkeit herabgestiegene 'v' ist das 'm') - min-owenie, men-enie, man-owenie: mine, meinen und Mann." So klingt, oder liest sich, Andrej Belyis glossolalisches Gedicht über die Glossolalie, das Reden in Zungen, das ihm zum Sprechen der Sprache selbst wird. Und dass man zu einem solchen Buch wenig sagen kann oder, eher, so Felix Philipp Ingold, "alles" oder "irgendetwas", das hat schon Belyi in der Einleitung gesagt. Beschreiben kann man freilich, dass hier vieles durch- und ineinander geht, krause Philosophie und obsessive Poesie, dass Fragmente aus einem guten Dutzend Sprachen vermengt, dass obendrauf noch Theorie der Glossolalie getan werde, aus der man nicht schlau wird, höchstens verrückt. Bleibt die Frage, was man davon hält. Der Rezensent scheint so überwältigt wie abgestoßen, spricht von einem "genialischen Kompilat" und ist sich nicht sicher, ob die zwischen "sachkundig" und "schulmeisterlich" schwankende Kommentierung und Präsentation dem Werk einen Gefallen tut.