Andreas Urs Sommer

Lexikon der imaginären philosophischen Werke

Cover: Lexikon der imaginären philosophischen Werke
Die Andere Bibliothek/Eichborn, Berlin 2012
ISBN 9783821862415
Gebunden, 361 Seiten, 32,00 EUR

Klappentext

Schon Sokrates fand nach Jahren intensiven Studiums der Philosophie nur eine Antwort auf all seine Fragen: "Ich weiß, dass ich nichts weiß." Und Immanuel Kant, Königsberger Theorie-Ikone, traute sich über die Welt vor seiner Tür so wenig zu sagen, dass er sich selten um praktische Erkenntnis, dafür aber umso intensiver um die Bedingung der Möglichkeit von Erkenntnis überhaupt bemühte. Mit anderen Worten: Viele philosophische Bücher sind nie geschrieben worden - aus Respekt, aus Zeitmangel, aus Lustlosigkeit. Höchste Zeit also für ein Lexikon der imaginären philosophischen Werke, das all diese unausgesprochenen Ideen vereinigt. Ob Seneca, Cicero oder Averroes, Ockham, Pascal oder Leibniz, von den deutschen Klassikern Fichte oder Kant ganz zu schweigen, und natürlich mit Blick auf die Modernen wie Carnap oder Benjamin und viele, viele beinahe unbekannte Denker, zeigt uns Andreas Urs Sommer, wie die virtuelle Philosophie zu ihrem Recht kommt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.07.2012

Andreas Urs Sommer nähert sich der Philosophie nicht über die berühmte Hintertreppe, sondern durch das Souterrain, erklärt Michael Köhler in seiner freundlichen Besprechung dieser imaginierten Philosophiegeschichte, denn im Souterrain lagert das Ungedachte, Unveröffentlichte. "Respektlos ehrfurchtsvoll" nennt Köhler Sommers Umgang mit den großen Philosophen, deren Werke der Freiburger Philosophieprofessor weiter- oder neudenkt. Bestens amüsiert hat sich der Rezensent bei diesem Spaß, wobei er Sommers ernstes Anliegen nicht unter den Tisch fallen lässt: Alternativen im Denken offenhalten, Philosophie nicht als "Verwaltungswissenschaft" betreiben, sondern als investigative Ermittlung.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.06.2012

Ludger Lütkehaus ist von Andreas Urs Sommers "Lexikon der imaginären philosophischen Werke" einfach hingerissen und sieht hier eine Lücke gefüllt. Der Rezensent schwelgt in den geistigen Höhenflügen der einzelnen Einträge zu den ungeschriebenen Werken der Philosophiegeschichte und bewundert die zahlreichen faktischen und ausgedachten Quellen, die der Schweizer Autor dafür heranzieht. Besonders angetan ist Lütkehaus aber vom ausgeprägten Witz dieses Lexikons und so verzeiht er ihm auch die seltenen Ausflüge ins Kalauernde. Für ihn steht dieses Werk in enger Verwandtschaft zu Jorge Luis Borges "Fußnoten zu imaginären Büchern" oder der Romantischen Ironie wie sie im Ludwig Tiecks "Gestiefelter Kater" zu finden ist. Sommers "Modus" des Konjunktivischen, wie er in diesem Lexikon zur Anwendung kommt ist der der Philosophie einzig angemessene, schwärmt der Rezensent begeistert.