Mit 76 Abbildungen. Erstmals seit 50 Jahren liegt mit diesem Band wieder ein profunder, zugleich knapper Überblick über die Kunst der Stadt Rom seit der Spätantike vor. Der Autor erläutert mehr als 1500 Jahre römischen Kunstschaffens. Von den frühen Katakomben bis zu den gewaltigen Pilgerkirchen, von den Stadtpalästen der Kardinäle bis zur Urbanistik des Barock und des 19. Jahrhunderts, von der faschistischen Architektur bis zum Filmschaffen der Gegenwart: Römische Kunst erweist sich auf den Mythos Rom fixiert. Dieser Konstanz verdankt sie - paradox genug - ihre erstaunliche Innovationskraft.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.03.2003
Wie kann man auf knapp dreihundert Seiten eine Stadt, die in allen Epochen Bedeutendes hervorgebracht hat, in ihrer künstlerischen und baulichen Gestalt würdigen, fragt Valeska van Rosen. Andreas Tönnemann vermag das, lautet ihre Antwort, indem er den Palimpsest-Charakter Roms - die Überschreibungen, die das Ursprüngliche immer durchscheinen lassen - zum Prinzip erhebt. Tönnemann referiere keine Daten der Bau- und Kunstgeschichte, sondern zeige die Monumente in ihren verschiedenen Entstehungskontexten. Am Beispiel des Kapitolshügel oder der Kirche S. Maria in Aracoeli kann er illustrieren, wie an alte Traditionslinien angeknüpft wurde und diese zugleich für die eigenen politischen oder repräsentativen Ansprüche funktionalisiert wurden, schreibt Rosen bewundernd. Von der Katakombenmalerei bis zu Kounellis, der heutzutage in Rom lebt - Tönnemann biete auf dreihundert Seiten eine interessante "Kleine Kunstgeschichte Roms", deren Mut zum Risiko die Rezensentin ausdrücklich lobt.
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