Wenige Kinder werden als Genies geboren aber alle Kinder haben eine Vielzahl von Talenten. Warum werden diese Lebenschancen in unseren Schulen systematisch vernichtet? Sind es die Eltern, die zu überfordert und zu bequem sind, um die Verantwortung für das einzigartige Talent ihres Kindes zu übernehmen? Oder die Lehrer, die die Kinder zu wenig lieben und die die Begeisterung für die Sache verloren haben oder gar nie hatten? Ist es das System Schule insgesamt, das Freude und Leistung verhindert und sich völlig von unserer Gesellschaft abgeschottet hat? Das Abschieben der Verantwortung für die Entdeckung und die Förderung der Talente auf den jeweils anderen ist das Krebsgeschwür, das viele junge Menschen langsam auffrisst. Wie viele falsche Weichenstellungen hält ein Kind aus?
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.06.2008
Rezensent Werner Knecht findet, dass Andreas Salchers kritische Beobachtungen und seine "scharfkantige" Analyse des Schullebens auch jenseits der Grenzen des österreichischen Schulsystems ihre Gültigkeit besitzen, auf das sie sich konkret beziehen. Das "Diktat der Mittelmäßigkeit", das der Autor diagnostiziert und das die Schule seiner Meinung nach zur "Talentvernichtungsindustrie" macht, existiere auch in anderen Ländern, glaubt der Rezensent. Darüber hinaus kommt die Schule ihrer Aufgabe nicht nach, die Schüler über die reine Intelligenzförderung hinaus auch zu sozialisieren.
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