Hartmut von Hentig

Der technischen Zivilisation gewachsen bleiben

Nachdenken über die Neuen Medien und das gar nicht mehr allmähliche Verschwinden der Wirklichkeit
Cover: Der technischen Zivilisation gewachsen bleiben
J. Beltz Verlag, Weinheim 2002
ISBN 9783407221155
Taschenbuch, 328 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Zwischen blanker Abwehr und erwartungsvoller Hingabe an die Neuen Medien nimmt Hartmut von Hentig, Pädagoge und kritischer Beobachter der Zeit, den schwierigeren, den mittleren Weg: Er zeigt, welcher Fähigkeiten es bedarf, um der "technischen Zivilisation" und ihrer konsequentesten Erscheinung, der elektronischen Virtualität, gewachsen zu sein. Mit "Schulen ans Netz" und einem hohen Rang in den internationalen Schulleistungsvergleichen ist man es nicht...

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 01.06.2002

In seinem neuen Buch revidiert der Pädagoge und Publizist Hartmut von Hentig seine 1984 vorgetragene These vom "allmähliche Verschwinden der Wirklichkeit", erklärt der mit "upj" zeichnende Rezensent in seiner sehr knappen Besprechung. Hentig spreche nun von der "mutwilligen Vertreibung der Wirklichkeit" aus sozialen Zusammenhängen. Wie der Rezensent verrät, hat die Pädagogik nach Hentig heute vor allem der Tatsache Rechnung zu tragen, dass die technische Zivilisation dem Menschen in immer höherem Maße das Gesetz ihrer eigenen Funktionalität aufzwingt. Darüber verliere der Mensch, der nach Hentig mehr und mehr zum "Expertensystem" auf zwei Beinen mutiere, die konkrete Welt mit ihren Brüchen und Fragen, so der Rezensent abschließend.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 21.03.2002

Thomas Feibel widmet sich mit zwei Neuerscheinungen, die sich kritisch mit dem Computer in Schul- und Kinderzimmer beschäftigen. Im Grunde genommen begrüßt er dies, sei die PC-Akzeptanz doch so weit fortgeschritten, dass "Lehrer, die früher blind gegen Computer in der Schule waren, heute blind dafür sind". Die Qualität der beiden Bücher - "Die pädagogische Illusion" von Collen Cordes und Edward Miller und Hartmut von Hentigs "Der technischen Zivilisation gewachsen bleiben" - fällt nach seinem Urteil jedoch sehr unterschiedlich aus.
"Ein ausgesprochen kluges Buch" über die Neuen Medien sei Hartmut von Hentigs gelungen, lobt Feibel, der Autor lasse einen "bemerkenswert entspannten Abstand" zu seinem Sujet erkennen. Zwar zähle Hentig zu den schärfsten Kritikern der Computerwelt, doch glücklicherweise sei er es leid, ständig den Part des Verneiners einzunehmen, schreibt Feibel. "Erstmalig gibt es in Deutschland nun ein Buch, das messerscharf die Neuen Medien in ihrem gesellschaftlichen und pädagogischen Kontext analysiert." Hentig setzt sich dafür ein, statt immer nur zu fragen, ob die Neuen Medien gut oder schlecht seien, endlich zu prüfen, wann und wie sie sinnvoll eingesetzt werden. Luzide nennt Feibel Hentigs Auftrag an die Pädagogen und zitiert: 'So viel Zeit wie für die Zeitung und das Internet, für Handy und Walkman, für E-Mail und Fernsehen, soviel Zeit auch für Gespräch und Begegnung, für Anschauung und körperliche Arbeit, für die Übung der Einbildungskraft ...'.

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