Andreas Mühe

Andreas Mühe: Pathos als Distanz

Cover: Andreas Mühe: Pathos als Distanz
Kehrer Verlag, Heidelberg 2017
ISBN 9783868288315
Gebunden, 264 Seiten, 58,00 EUR

Klappentext

Mit 150 Farbabbildungen. Mit Texten von Dirk Luckow, Benita von Maltzahn und Ingo Taubhorn. Sowohl Pathos als auch Distanz sind Teile der Arbeit von Andreas Mühe. Um das unausweichliche Zusammenspiel beider Begriffe deutlich zu machen, war es der Wunsch des Künstlers, für dieses Buch im Titel "Pathos" und "Distanz" mit dem kleinen Wörtchen "als" zu verbinden. Pathos als Distanz. Nicht im Sinne eines Vergleichs wie "Ich esse lieber Äpfel als Birnen", sondern als Verwandlung des einen Begriffs in den anderen und ihres sich wechselseitigen Bedingens. Aus Pathos wird Distanz und diese Distanz wird zur Vorbedingung, um Pathos zuzulassen. Mühes Sujets sind häufig mehrdeutig, bereits emotional und durch ihren jeweils historischen Kontext aufgeladen: Weihnachtsbäume, Kanzler, Kreidefelsen auf Rügen, der Obersalzberg.
Andreas Mühe kommt aus einem theatralischen Haushalt und hat auch ein Stückchen auf der Mauer getanzt, als sie fiel. Diesem Umbruch verdankt er es, mit Gegensätzen groß geworden zu sein, in Widersprüchen zu denken und einen Hauch von Dialektik anstelle der fehlenden Muttermilch aufgesogen zu haben. Darin sieht er den Ursprung seines Vermögens, immer wieder die Perspektive zu wechseln und Pathos in Distanz zu verwandeln. Die Fotografien von Andreas Mühe werden von Textauszügen des Romans "1913 − Der Sommer des Jahrhunderts" von Florian Illies begleitet.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 14.09.2017

Rezensentin Sarah Pines ist verwirrt und zugleich fasziniert angesichts der Bilder des Fotografen Andreas Mühe in diesem Ausstellungsband. Körper in Uniform, der Obersalzberg, der deutsche Wald, laut Pines durchaus problematische Motive, vor allem in Kombination. Dass sie bei Mühe weder provokant noch kitschig daherkommen, liegt für die Rezensentin am theatralischen Ernst und der Ironie, mit der Mühe arbeitet, sowie daran, dass der Fotograf nicht die Masse zeigt, sondern Menschen, einsam und klein.