Andreas Englisch

Johannes Paul II.

Das Geheimnis des Karol Wojtyla
Cover: Johannes Paul II.
Ullstein Verlag, München 2003
ISBN 9783550075766
Gebunden, 382 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Andreas Englisch zeigt uns Johannes Paul II. aus nächster Nähe. Als Reporter im Gefolge des Papstes begleitet Andreas Englisch seit achtzehn Jahren Johannes Paul II. im Vatikan und auf seinen Reisen rund um den Globus. Humorvoll und unterhaltsam schildert er, was sich wirklich hinter den Kulissen des Kirchenstaates abspielt und wie dieser Papst die Herzen der Menschen erobert. Eine Biografie, die durch Insiderwissen, Intimität und Einfühlsamkeit besticht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.11.2003

Andreas Englisch, langjähriger Italien-Korrespondent für zahlreiche Blätter des Springer-Verlages, gehört seit 1995 "zu den beim Vatikan akkreditierten Journalisten", denen die Begleitung des Papstes auf dessen Reisen gestattet ist, erfahren wir eingangs der Besprechung durch Michael Gassmann. Zwar habe die "permanente räumliche Nähe" Englisch "mit reichlich farbigen Erzählstoff versorgt", doch sei dieser nichts desto trotz mit seiner Biografie gescheitert. Warum? Da ihm jegliche "Distanz zu seinem Gegenstand" und "zu sich selbst verloren" gegangen sei. Zwar halte sich Englisch weithin an die Fakten und auch an Selbstironie mangele es ihm nicht, doch habe er sich durch die sich selbst eingestandene "Konversion" vom scharfen Papstkritiker hin zum reinen Bewunderer "als distanzierten Berichterstatter zunehmend unbrauchbar gemacht". Nicht als "Insider mit Hintergrundwissen" sondern als bloßer Bewunderer trete der Autor auf, stellt Gassmann enttäuscht fest. Wenn er dem Buch überhaupt etwas abgewinnen kann, dann die Erkenntnis darüber, wie sehr Johannes Paul II. selbst gegenüber Journalisten "Herr seiner Bilder" geblieben ist.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 15.10.2003

Andreas Englisch, von Haus aus Journalist und als Korrespondent nach Rom entsandt, schlägt in seiner Biografie einen ganz und gar persönlichen Ton an und schildert seine Wandlung vom Beobachter zum Bewunderer - eines nicht ganz unkritischen Bewunderers, setzt Markus Brauck hinzu. Man muss diesen bekenntnishaften, emotionalen Stil mit manchmal eitlen Untertönen nicht mögen, gesteht er und lässt offen, wieweit er ein nicht unkritischer Bewunderer des Autors ist, aber man könne viel daraus lernen, insistiert er. Lernen, warum dieser Papst, der mittlerweile 25 Jahre im Amt ist - und das haben nur drei Päpste geschafft, weiß Brauk, Apostel Petrus mitgerechnet - , eine solche Faszination auf Millionen von Menschen ausübt, so dass selbst der Kirche fern stehende Menschen wie Englisch seiner Ausstrahlung und seiner moralischen Autorität erliegen. Ein Buch also, meint Brauck, dass gerade auch für Kritiker und Gegner des Papstes aufschlussreich sein könnte. Er rechnet es dem Autor positiv an, dass er sich nicht in eine Scheinobjektivität zurückzieht, wie es ihm als Reporter erlaubt wäre, sondern den Verlust der Objektivität zum Thema macht, ohne dabei auch die negativen Seiten des Papstes völlig aus den Augen zu verlieren.

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