Aus dem Portugiesischen übersetzt und für die deutschsprachige Ausgabe bearbeitet von Horst Goldstein. Im August 2000 veröffentlichte Kardinal Joseph Ratzinger seine Erklärung "Dominus Jesus", in der die katholische Kirche zur alleinigen rechtmäßigen christlichen Kirche erklärt und dem Ökumenismus in der Folge des II. Vatikanischen Konzil eine deutliche Absage erteilt wird. Diese Erklärung hat in der Christenheit für erhebliche Unruhe gesorgt. Leonardo Boff, der als einziger Theologe in der Erklärung namentlich negativ genannt wird, widerlegt in seinem Manifest den Standpunkt Ratzingers und zeigt, dass dieser seine persönliche Sichtweise von der Natur der Kirche Christi zur offiziellen Doktrin des Konzils und der gesamten katholischen Kirche zu machen versucht, ein Versuch, der unannehmbar ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 18.02.2002
In einer Dreifachkritik von Büchern zur katholischen Theologie wendet sich Hartmut Meesmann zuletzt dem Buch des brasilianischen Befreiungstheologen und ehemaligen Mönchs Boff zu. Boff sei ein scharfer Gegner von Kardinal Ratzinger, der von diesem in den achtziger Jahren mit einem "Bußschweigen" belegt worden sei, informiert der Rezensent, der findet, dass es hohe Zeit ist, dass es in der katholischen Kirche zu Auseinandersetzungen über die konservative Position des Kardinals kommt. Meesmann betont, dass dieses Buch eine gute Einführung in den Streit der katholischen Kirche um die Positionen des konservativen Kardinals bietet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.05.2001
Friedrich Wilhelm Graf rezensiert dieses Buch mit spürbarer Distanz. Seiner Ansicht nach präsentiert sich der Autor, ein brasilianischer Franziskaner, hier als volksverbundener Beschwörer des "freien Geistes", der versuche, sich vor allem durch Angriffe gegen Kardinal Ratzinger zu profilieren. Doch letztlich laufen seine Forderungen und Vorwürfe darauf hinaus, so unterstellt Graf, "selbst kirchliche Macht auszuüben". Der Leser erfährt, dass es inhaltlich vor allem darum geht, dass Boff die Solidarität der Konfessionskirchen fordert und Roms Alleingeltungsanspruch für überholt hält. Dabei diagnostiziert Graf jedoch spürbar genervt einen "bunten Mix von historisch-politischen und dogmatischen Einwänden". Besonders stört ihn auch das hier gezeichnete Bild Kardinal Ratzingers, der "in die Nähe lateinamerikanischer Militärdiktatoren gerückt und zum klerikalen Duce stilisiert" werde. Konsensgespräche mit ökumenischen Partner würden nach Boff stets darauf hinauslaufen, diese zu bekehren oder zu vernichten. Letztlich verbindet jedoch Boff "sehr viel mehr (mit Rom), als er im Anti-Ratzinger-Affekt wahrnimmt", findet Graf.
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