Anatolij Marienhof

Jekaterina

Roman
Cover: Jekaterina
Kindler Verlag, Berlin 2004
ISBN 9783463404394
Gebunden, 388 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Nachwort von Olga Martynova. Aus dem Russischen von Birgit Veit. Der Roman setzt ein mit der Geburt von Sophie Friederike Auguste Prinzessin von Anhalt-Zerbst, genannt Fieke, und zeichnet den Aufstieg der Deutschen zur russischen Zarin Katharina II. nach. Den Aufstieg einer Frau, die mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln nach der Krone strebt, dabei vor gefährlichen politischen Ränkespielen und Intrigen nicht zurückschreckt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 14.08.2004

Dieses Buch ist einzig in seiner Art, urteilt ein sehr verwunderter Thomas Grob über Anatoli Marienhofs ungewöhnliche und "bis heute lesenswerte" Biografie von Katharina der Großen. An sich, so der Rezensent, lagen im Russland der dreißiger Jahre Biografien historischer Führerfiguren voll im Trend. Doch Marienhofs Darstellung sei dermaßen ironiegesättigt, dass man schon von "Methode" sprechen könne. Katharina werde durch und durch entmystifiziert, erscheine wahrheitsgemäß als kränkliches, ungebildetes Kind, das jedoch dank seines "unbeugsamen Willen zur Macht" auf den Thron gelangt. Diese Art "Geschichtsbetrachtung" allerdings widerspreche dem sozialistischen Heldendurst aufs Empfindlichste. Kein Wunder also, dass 1936 nur eine stark redigierte Fassung in Auszügen erscheinen konnte (in vollem Umfang wurde das Buch erst 1996 veröffentlicht). Und doch erscheine Katharina immer noch normaler und sympathischer als die höfische Welt der Intrigen und der Falschheit. Insgesamt walte in Marienhofs Sicht eine "allumfassende Düsternis", aus der nicht eine positive Figur oder Kraft heraustrete.