Jeanette Winterson

Der Leuchtturmwärter

Roman
Cover: Der Leuchtturmwärter
Berlin Verlag, Berlin 2006
ISBN 9783827005755
Gebunden, 208 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Monika Schmalz. Das Mädchen mit dem verheißungsvollen Namen Silver, "teils Edelmetall, teils Pirat", hat rotes Haar und weder Vater noch Mutter. Sie lebt bei Mr Pew, dem blinden Leuchtturmwärter, der seit jeher die Leuchtfeuer von Cape Wrath hütet und dessen Alter niemand kennt. Von ihm, halb Seher, halb Sänger, erlernt Silver die Wartung des Leuchtturms, vor allem aber die Kunst des Erzählens. Auf all ihre Fragen gibt es eine Geschichte - Geschichten ohne Anfang und Ende, immer bereit, neu erzählt, neu erfunden zu werden. So wie die leidenschaftliche Lebens- und Liebesgeschichte des geheimnisvollen Babel Dark, die sich über die Seiten und Zeiten hinweg entfaltet und Silver als eine Art Karte dient, der sie folgen muss auf der Suche nach ihrem eigenen Lebensroman.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 01.02.2007

Angetan zeigt sich Rezensentin Alexandra Kedves von Jeanette Wintersons Roman "Der Leuchtturmwärter", einem "Bildungsroman in Bruchstücken" und "Liebesroman in vielen Schichten", in dem es um Lieben und Geschichtenerzählen geht. Kedves hat den Eindruck, Winterson kehre hier zu ihren erzählerischen Anfängen zurück, was sie sehr begrüßt, erschienen ihr die letzten Bücher der britischen Autorin doch sehr angestrengt und bildungsbürgerlich beschwert. Auch in vorliegendem Roman um den blinden, geschichtenerzählenden Leuchtturmwärter und die Waise Silver scheint ihr manches arg symbolschwanger. Insgesamt aber bescheinigt sie der Autorin, hier "allen Kleinmut und alle pseudowissenschaftlichen Nobilitierungsversuche" hinter sich zu lassen. Das Ergebnis ist eine kunst- und lustvoll erzählte Variation über das Verschwinden der Welt und das Bleiben der Liebe.
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