Aus dem Belarusischen von Magdalena Voigt. Beobachtungen und Reflexionen, Notizen und Reaktionen - über ein Leben im Exil. Eine Sammlung sehr kurzer Texte, die vorgeben, Tagebuch oder Essay zu sein - obwohl sie es nicht sind, so der belarusische Autor. Alhierd Bacharevič fragt sich hier, "was es heute bedeutet, ein Schriftsteller, ein Emigrant, ein Mann, ein Belaruse, ein Europäer zu sein. Vor allem aber: Was bedeutet es, ein Mensch zu sein - mit seinen Träumen und Ängsten, Ambitionen, mit Neid, Schwächen und Stärken."
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 09.10.2025
Wie viele belarusische Autoren lebt auch Alhierd Bacharevic im Exil, weiß Rezensent Jörg Plath, nun hat er seine Texte über die damit einhergehende Einsamkeit veröffentlicht. Sie sind kleine Skizzen, manchmal nur einzelne Gedanken, durch "Schrägstriche und Leerzeilen" voneinander getrennt, so Plath, sie handeln vom Exil, von Belarus, von den Unterschieden zu Westeuropa - vor allem aber schreibt der "Papiergolem", wie er sich nennt, über sich selbst, was Plath als Versuch wertet, die Einsamkeit zu bewältigen. Das jedoch kann ihn nicht ganz überzeugen: Zu ermüdend scheint ihm das Kreisen um sich selbst, auch wenn Bacherevic Recht hat mit dem Vorwurf, der Westen zeige zu wenig Interesse an Belarus. Wenn er dann allerdings fordere, Nationalisten in ein "weit entferntes" Lager abzuschieben, wird es Plath ein wenig bange und er empfiehlt stattdessen lieber die Lektüre der Romane des Autors.
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