Aus dem Belarussischen von Tina Wünschmann. Ein Text über die Folgen der belarusischen Revolution von 2020, und es geht um einen Garten? Ein Essay von einer im Exil, die keine Gärtnerin ist? Ja, Tania Arcimovich will einen Garten anlegen, weil sie nicht auf eine bessere Zukunft warten will. Sie fragt sich: Was ist eine radikal andere Zukunft, die der Epoche der Herrschaft, der sozialen Ungleichheit und Ausbeutung ein Ende setzt? Muss nicht mehr als das Wir das Ich mobilisiert werden, um der Verantwortung für den Garten gerechtzu werden, den ich pflege?
Rezensentin Yelizaveta Landenberger bespricht Tania Arcimovichs Prosaband im Rahmen eines Gesprächs mit der Autorin. Arcimovich stammt aus Belarus und thematisiert in dem Buch ihre Herkunft, insbesondere mit Blick auf die repressive Politik Russlands der Sowjetunion gegen ihre Heimat. Erwähnung findet etwa die Lyrikern Laryssa Henijusch, die von den Sowjets gekidnappt wurde, außerdem schreibt die Autorin über Tschernobyl und die Folgen, sowie über ihre eigenen Erfahrungen während der Coronapandemie, als sie sich ins eigene Haus zurückzog und einen Garten anlegte, bevor dann die Proteste gegen Lukaschenko losbrachen. Das Buch versammelt Arcimovichs Erinnerungen kaleidoskopartig und reichert sie mit Gedanken verschiedener Theoretiker und Theoretikerinnen an, wie etwa Donna Haraway. Die Rezensentin hält sich mit expliziten Wertungen zurück, scheint aber ziemlich angetan zu sein von der Lektüre.
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