Der 'Lyrik-Baukasten' ist eine systematische Einführung ins professionelle dichterische Arbeiten und richtet sich an Anfänger wie an Fortgeschrittene. Methodisch aufgebaute Übungen zeigen unterschiedliche sprachliche Techniken und erproben sie. Zugleich stellt der Band Fragen nach grundsätzlichen Möglichkeiten und Grenzen der Poesie. Der 'Lyrik-Baukasten' betrachtet Dichtung nicht als Selbsterfahrung oder -befreiung, sondern als komplexen gestalterischen Prozess im Kontext der Weltliteratur. Zu den besprochenen Themen gehören: Klang, Bild, Stil, Komposition und Rezitation. Zahlreiche Beispiele beleuchten die Übungen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.04.2007
Den Rezensenten Jörg Drews bringt diese Anleitung zum Gedichteschreiben von Alexander Nitzberg offensichtlich zum Haareraufen, die Vereinfachungen nimmt er "zunehmend verärgert" zur Kenntnis. Seiner offensichtlichen Verzweiflung angesichts des Unterfangens, an dem sich der Autor versucht, verleiht Drews Ausdruck, indem er das Projekt, das ihm schon vom Ansatz her - Lesern Poetik nach dem Baukastenprinzip beizubringen - recht "pausbäckig" erscheint, mit mal mehr, mal weniger freundlichem Spott überzieht. Schließlich meckert er über Stilblüten oder die angeblich nicht korrekte Unterscheidung von Lakonik und Lakonie. Kluge Gedanken findet man in dem Buch jedenfalls nach Meinung des Rezensenten hauptsächlich in den Zitaten anderer Leute: "Aus einem solchem Mix, manchmal simplistisch und manchmal fremdwortgespickt, wird doch keine stringente Poetik, noch nicht einmal eine halbwegs lustige Bastelanleitung."
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.10.2006
Ganz so einfach wie das Stapeln von Bausteinen sei es nun doch nicht, Lyrik zu produzieren, gibt Sandra Kerschbaumer angesichts des Titels von Alexander Nitzbergs Lyriklehrbuch zu bedenken. Der Autor, ein Dozent für literarisches Schreiben, führe zwar anschaulich und mit nützlichen Übungen in die technische Seite des Schreibens ein. Was die andere Seite des Gedichts, den Gehalt angeht, kommen ihr jedoch Zweifel. Denn seinen Lesern diesen Aspekt beizubringen, gelinge Nitzberg trotz der Anleihen bei den Großen der Lyrikgeschichte nicht so gut: Inspiration, die Nitzberg seinen Lyrikschülern abfordert, könne man ihnen eben nicht beibringen, bemängelt Kerschbaumer. Gänzlich unplausibel findet sie aber die Verbote, die er ausspricht, denn die gingen apodiktisch von einem allzu engen Lyrikbegriff aus, der nicht nur per se fragwürdig, sondern bisweilen auch uneinheitlich ist. An Hans Magnus Enzensbergers "Wasserzeichen der Poesie", für die Rezensentin das Referenzwerk dieses Genres, kommt Nitzberg jedenfalls nicht heran.
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