Alexander Neubacher ist guten Willens: Seine Familie und er machen mit beim Umweltschutz, halten sich brav an alle Öko-Vorschriften, scheuen keine Kosten für Bioprodukte. Doch inzwischen haben sie ernsthafte Zweifel, ob sie der Umwelt damit wirklich helfen, denn die Energiesparbirne endet als gefährlicher Sondermüll, die ausgespülten Joghurtbecher werden nicht recycelt, sondern verfeuert, für die Herstellung des Biobenzins im Autotank wird der Regenwald gerodet, und aus den Gullys in Ihrer Straße dringt entsetzlicher Gestank, weil alle Wasser sparen. Am Beispiel des eigenen (Familien-) Lebens zeigt Neubacher, wie hysterisch die deutsche Umweltpolitik geworden ist. Er untersucht, wie sich Dosenpfand, E10 und Atomwende auf den Alltag der Bürger auswirken, und fragt, ob wir mit unserem Ökofimmel tatsächlich die Umwelt retten.
Einen kritischen Blick wirft Rezensent Bernhard Pötter auf Alexander Neubachers Abrechnung mit dem "Ökofimmel". Zwar scheint ihm die polemische Streitschrift recht schmissig geschrieben. Aber das kann die Mängel des Buchs in seinen Augen nicht wett machen. Ihm missfällt, dass der Autor sichtlich auf Krawall gebürstet ist, den Tabubruch sucht (die Ökos bloßstellen) und der Ökobewegung ideologische Verblendung vorhält, es dabei mit den Fakten aber nicht so genau nimmt. Pötter hält Neubacher zudem eine undifferenzierte Sichtweise, Einseitigkeit und Selektivität vor. Alles, was nicht zur Meinung des Autors passt, bleibe unerwähnt, zwischen vermeintlichen und tatsächlichen Ökomissständen werde nicht differenziert. Das Fazit des Rezensenten: wirkliche Aufklärung sieht anders aus.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 15.03.2012
Christiane Grefe steht Alexander Neubachers Buch "Ökofimmel" misstrauisch gegenüber. Der Rezensentin zufolge versucht der Autor die Sinnlosigkeit der meisten Öko-Projekte zu zeigen, lasse dabei aber zu viel unter den Tisch fallen und argumentiere noch dazu mit Quellen und Studien, die sich als unseriös herausgestellt hätten. Neubacher lege an einigen Stellen den Finger aber in die richtigen Wunden, meint Grefe, nicht alle Einwände des Autors gegen die grüne Wende will sie zurückweisen.
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