"Der Hypochonder ist ein Beamter der körperlichen Schmerzen.""Die Lösungen liegen immer auf offener Straße, im Verkehr.""Mein Körper ist ein Zeitschwamm, ein Zeittümpel." Sätze wie diese beginnen beim Lesen zu flimmern und entwickeln eine Eigendynamik; an ihnen stockt das Gespräch, wird atemlos, bewegt sich am Holzweg vorbei oder schlägt um. Seit fünfzehn Jahren ist der Kulturwissenschaftler Joseph Vogl immer wieder zu Gast in Alexander Kluges im wahrsten Sinne des Wortes merkwürdigen Kulturmagazinen für das deutsche Privatfernsehen, die zu sonderbaren Sendezeiten kurz vor Mitternacht den zerstreuten Zapper regelmäßig innehalten lassen. Eine Auswahl dieser Gespräche liegt nun erstmals in Buchform vor.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 01.09.2009
"Da haben sich zwei gefunden", meint der Rezensent und freut sich über die Chance, Alexander Kluge im Gespräch mit Joseph Vogl mal nicht auf der Mattscheibe, sondern, ganz und gar nicht weniger spannend, wie er findet, in Textform zu begegnen. Den Talk im TV hätten die beiden ja schon revolutioniert. Das Buch gibt Peter Michalzik nun die Möglichkeit, den beiden Fabulierern, ihrer Redelust, der Begeisterung für das Verdrängte und Vergessene, für Formen der Macht und den Homo oeconomicus noch einmal beizuwohnen. Michalzik sieht das Buch ein bisschen in der Nachfolge der Seminare Lacans, so voll feiner Unterscheidungen und tastender Bestimmungen, darauf zielend, den Kopf zu klären.
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