Aleks Scholz

Flughafenwandern

Band 1: Europa und Nordamerika
Cover: Flughafenwandern
CulturBooks, Hamburg 2016
ISBN 9783959880428
E-Book, 120 Seiten, 6,99 EUR

Klappentext

Das Problem mit Flughäfen ist wohl, dass wir nicht dort sein wollen. Wir wollen woanders sein, und Flughäfen sind nur die Trittsteine in diese andere Welt. Es sind sonderbare Zwischenorte, die sich anders verhalten, als wir es gewohnt sind, und wenig Interesse daran haben, uns dort zu behalten, Orte, die einen einsaugen, nur um einen am anderen Ende wieder auszuspucken. Dabei geben sie sich große Mühe, möglichst geheimnisvoll zur wirken. Flughäfen sind so unlogisch wie Luftschokolade. Überall öffnen sich sinnlose Höhlen. Parkgaragen und Autobahnen verknoten sich in der vierten Dimension. Busse fahren ins Niemandsland. Es gäbe soviel zu verstehen, aber Flughäfen haben kein Interesse daran, verstanden zu werden, im Gegenteil, man gewinnt den Eindruck, dass sie uns für dumm halten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.12.2016

Als Aufforderung zum Kampf gegen die Entmündigung nimmt Oliver Jungen den Text von Aleks Scholz. Wie der Autor darin den durchaus verzweifelten Versuch unternimmt, sich die identitätslose Flughafenarchitektur anzueignen, in Boston, Los Angeles, Malaga oder Frankfurt, hat Jungen beeindruckt. Klug und genresprengend findet er den "reportagehaften" wie autobiografischen Essay über die utopische Maschinennatur der Airports, die den Menschen seines freien Willens beraubt, wie der Autor suggeriert. Wenn Scholz sich im Dschungel zwischen Absperrungen, Parkhäusern und Check-in-Zonen verirrt oder renitent durch Seitentüren entschlüpft, hat Jungen seine Freude, zumal der Text weniger Manifest ist, wie er findet, sondern eher ein detailverliebtes, psychogeografisch bewandertes Abenteuerepos, in dem der Held mutig gegen den Techno-Drachen antritt.
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