Alberto Manguel

Eine Geschichte der Neugierde

Cover: Eine Geschichte der Neugierde
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2016
ISBN 9783100487582
Gebunden, 528 Seiten, 24,99 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Achim Stanislawski. Der Bestsellerautor Alberto Manguel ist der Leser unserer Zeit, ein Gelehrter und Geschichtenerzähler. Was ihn antreibt, ist die Neugierde, die seit jeher Quell des Fortschritts, der Kunst und des Scheiterns ist. Nun geht er dieser selbst auf den Grund und entführt seine Leser auf eine überraschende Reise durch die Geschichte der Neugierde. Seine Wegbegleiter sind die großen Denker, von Dante über David Hume, Rachel Carson und Lewis Carroll bis Sokrates. Auf den Spuren der größten Literaten und Philosophen der Menschheitsgeschichte entwirft er ein Panorama der Kunst des Fragens und erzählt mit viel Witz und Verstand, warum Weisheit nicht in den Antworten, sondern in den Fragen liegt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 02.09.2016

Sven Hanuschek scheint froh, dass der Autor gar keine systematische Geschichte der Neugierde geschrieben hat und sich nicht mit den psychologischen Implikationen dieser allzu menschlichen Eigenschaft auseinandersetzt, sondern kursorisch von Aristoteles zu den Kirchenvätern springt und vor allem auf eigene Erfahrungen und sein Lieblingsbuch, Dantes "Commedia", zurückgreift. Alberto Manguel gelingt dadurch laut Rezensent eine kurzweilige Wanderung durch Aspekte der Neugier, durch Lektüren und Erinnerungen. Mit all seiner mäandernden Assoziativität kann der Autor den Rezensenten neugierig halten, nicht zuletzt, da er keine apodiktischen Wahrheiten aufstellt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.08.2016

Augustinus' Aufforderung die sündige Neugier zu züchtigen, kann Manfred Koch nicht Folge leisten, zu gespannt macht ihn Alberto Manguels neues Buch, das eine "Geschichte der Neugierde" erzählen will. Die ersten beiden Kapitel geben dann auch einen frischen, leichthändig erzählten Überblick über die Theorie der Neugier, handeln bündig wichtige Vertreter wie Aristoteles, Augustinus, Thomas von Aquin, Francis Bacon, Galilei oder Hume ab, resümiert der Kritiker. Dann aber gleitet das Buch leider in eine "Lebenslesegeschichte" seines Autors ab, der sich primär an Dantes "Göttlicher Komödie", aber auch mit Ausflügen zu Rilke, Kafka oder Lewis Carrols "Alice im Wunderland" der autobiografischen Suche nach dem eigenen Ich widmet, klagt der Rezensent. Dass Manguel jedes Lektüre-Erlebnis mit persönlichen Schicksalsschlägen würzt, ist sicher ganz unterhaltsam; eine begriffsgeschichtliche Fortsetzung, etwa von Hans Blumenbergs "Prozess der theoretischen Neugier" entdeckt der Kritiker hier aber keineswegs. Und so verdankt er diesem Buch leider nur mehr Lust auf Dante.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.07.2016

Rezensent Burkhard Müller rät, nicht zu viel zu erwarten von Alberto Manguels Versuch, eine Geschichte der Neugier zu schreiben. Dem Titel wird das Buch nur als sehr subjektives Anliegen gerecht, es ist mehr das Zugleich einer Erinnerung als das Nacheinander einer Recherche, meint Müller. Schwachstellen und Zufälle sind also zu erwarten, warnt er, und auch wenn Galilei, Alice im Wunderland und Dante (und dessen unterstellte Neugier, die Müller bestreitet) im Buch vorkommen, geht es doch vor allem um den Autor selbst und das, was er unter Neugier versteht. Manguels Buch - ein amüsantes wie aufschlussreiches Stückwerk eines interessierten Lesers, nicht mehr und nicht weniger, meint Müller.
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