Aus dem Spanischen von Christiane Quandt. In einen gefallenen Engel, einen Herointoten auf den Straßen von San Blas, verliebt sich die Erzählerin dieses Romans zum ersten Mal. Sie, die im Körper eines Jungen aufwächst, und nur hinter verschlossenen Türen kurze Momente gestohlenen Glücks mit Rouge und Lippenstift ihrer Mutter hat, zeichnet ihren Weg nach: Beginnend in einem Arbeiterviertel Madrids, das nicht weiter entfernt sein könnte von der schillernden Hauptstadt Spaniens, deren Nachtleben in den Achtzigern ein Zentrum der queeren Szene wird. Während sie aufwächst, diskutieren Familien unironisch, ob ein drogensüchtiger oder ein homosexueller Sohn das schwerere Schicksal sei, und so sind es die Außenseiter:innen - triumphale Nymphen und wilde Chimären -, die ihr zu Wegbegleiter:innen werden. Zwischen Armut und Gewalt, politischer Klassenunterdrückung und Momenten heimlicher Solidarität wird sie langsam, quälend langsam, zu der, die sie immer schon war.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.08.2024
"Von Innendruck und Außendruck" erzählt dieser queere Roman von Alana S. Portero, so Rezensent Paul Ingendaay. Mut und Scham spielen beim Thema Queerness beide eine große Rolle, zeigt Portero dem Rezensenten. Die Protagonistin, die er als autobiografische Entsprechung der Autorin liest, ist trans. Ingendaay verfolgt gebannt ihren Weg aus einem Elternhaus ins Studium und in die Erforschung des eigenen Lebens, alles vor der Folie ihrer sexuellen Identität. Ein Buch, das trotz kleinerer Abstriche äußerst poetisch und lesenswert ist, schließt Ingendaay.
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