Alain Demurger

Die Verfolgung der Templer

Chronik einer Vernichtung
Cover: Die Verfolgung der Templer
C.H. Beck Verlag, München 2017
ISBN 9783406706653
Gebunden, 408 Seiten, 26,95 EUR

Klappentext

Der 13. Oktober 1307 bildet den Auftakt einer verstörenden Inquisition: Der französische König Philip IV. bezichtigt die Templer der Ketzerei und lässt über Nacht die Mitglieder des mächtigsten Ritterordens der Geschichte verhaften und enteignen. Folter und Verhör liefern die dafür nötigen Geständnisse. Der Coup soll dem König ermöglichen, seine Macht auch auf den päpstlichen Stuhl auszuweiten, doch stattdessen kommt es zu einem jahrelangen Tauziehen zwischen Krone und Kirche. Alain Demurger zeichnet die dramatischen Ereignisse in jenem Prozess, der 1312 mit dem Konzil von Vienne zur Auflösung des Ordens führt, minutiös nach und bettet sie ein in das Machtspiel zwischen Philip dem Schönen und Papst Clemens V. Mit Hilfe der Vernehmungsprotokolle bringt er die persönlichen Schicksale der angeklagten Ordensmitglieder ans Licht, offenbart ihren Widerstand und macht deutlich, dass nicht alle Templer bloß Opfer, sondern manche auch mutige Akteure in diesem Katz-und-Maus-Spiel waren.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.04.2017

Rezensent Michael Borgolte hat Alain Demurgers inzwischen vierte Monografie über den Ritterorden der Templer mit Gewinn gelesen. Zwar ist es für den Kritiker keine ganz neue Erkenntnis, dass die zahlreichen unter Folter erbrachten Geständnisse der Templer, denen von König Philipp IV. Blasphemie und sexuelle Praktiken wie "Genitalkuss und Analverkehr" vorgeworfen wurde, historisch wertlos seien. Die Ereignisse, Aktionen und Gegenaktionen rund um die Verfolgung der Templer kann ihm der Pariser Historiker, der hier einen personengeschichtlichen Ansatz verfolgt, allerdings chronologisch präzise vermitteln. Vor allem lobt er Demurgers umfangreiche Recherche der nachweisbaren Daten und Personen, die ihm nicht nur interessante Einblicke in den Alltag und das Schicksal der Templer gewährt, sondern auch "eindringlich" darlegt, wie unermüdlich Hunderte Ritter ihren Orden verteidigten. Dass der Materialreichtum bisweilen ein wenig erschöpft, der Autor zudem nicht gerade ein "fesselnder" Erzähler ist, verzeiht Borgolte.

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